25.10.12

Heilpflanzen

Kapuzinerkresse kann sogar Antibiotika ersetzen

Arzneipflanze des Jahres 2013 ist eine Pflanze, die fast jeder kennt: die Große Kapuzinerkresse. Als Heilmittel wir sie jedoch stark unterschätzt. Je nach Leiden kann sie genauso wirksam wie Antibiotika sein.

Foto: Uni Würzburg

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist Arzneipflanze des Jahres 2013: Die darin enthaltenen Senföle können die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen und werden daher seit Jahrzehnten zur Behandlung von Infekten eingesetzt
Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist Arzneipflanze des Jahres 2013: Die darin enthaltenen Senföle können die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen und werden daher seit Jahrzehnten zur Behandlung von Infekten eingesetzt

Sie enthält viel Vitamin C, kann die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen und die Durchblutung fördern: Wegen dieser positiven Eigenschaften ist die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) jetzt von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanze 2013 gewählt worden.

Für die medizinische Wirkung sin vor allem ihre Glucosinolate von noch größerer Bedeutung. Glucosinolate finden sich vor allen Dingen in Kreuzblütlern, sie sind für den scharfen Geschmack verantwortlich und werden von den Enzymen des Menschen in Senföle umgewandelt, die wiederum die Vermehrung verschiedener Erreger hemmen können.

Die kletternde und kriechende Pflanze mit den leuchtend gelb-orangefarbenen Blüten könne möglicherweise die Einnahme von Antibiotika zum Teil ersetzen und so Resistenzen gegen das Medikament vermeiden, lautete die Begründung des Studienkreises Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde.

Je nach Krankheitsbild genauso wirksam wie Antibiotika

Zusammen mit Meerrettichwurzel eingenommen könnte das Kraut der Pflanze eventuell sogar Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis und Blasenentzündung genauso wirksam wie Antibiotika bekämpfen.

Die Kapuzinerkresse sei noch ein unterschätztes Arzneimittel, sagt Johannes Gottfried Mayer vom Würzburger Studienkreis. "Es ist eine Pflanze, die fast jeder kennt und die in vielen Gärten wächst. So denkt man schnell, es sei etwas Banales. Aber das ist hier nicht der Fall", meint der Wissenschaftler.

Die über Mauern kletternde oder am Boden kriechende Pflanze mit ihren leuchtend gelb-orangen bis roten Blütenblättern findet sich in vielen Gärten. Der deutsche Name bezieht sich auf die Form der Blüten, die an die Kapuzen von Mönchskutten erinnert.

Bei Vergiftungen, Husten und Bronchitis

Ihre ursprüngliche Heimat ist das Andengebiet Perus und Boliviens. In der Volksmedizin der Indianer Südamerikas wird die Pflanze heute noch etwa bei Vergiftungen oder Husten und Bronchitis verwendet.

Schon die Inkas sollen sie als Schmerz- und Wunderheilmittel genutzt haben. "Man kann sowohl die Blüten als auch die Blätter im Salat essen", sagte Mayer.

Dabei helfe die Pflanze jedoch eher vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten und Harnwegsinfektionen. "Für den akuten Fall ist die Dosierung wahrscheinlich nicht ausreichend."

Quelle: dpa/epd/oc
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