Meningitis-Epidemie
Pilzverseuchtes Medikament fordert 14. Todesopfer
In den USA fallen immer mehr Patienten einer durch ein verunreinigtes Medikament ausgelösten Meningitis zum Opfer. Mittlerweile werden 14 Todesfälle beklagt. Die Zahl der Erkrankten steigt dramatisch.
Die Meningitiswelle in den USA weitet sich immer weiter aus. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) in Atlanta meldete zwei weitere Tote. Damit fielen der durch ein pilzverseuchtes Medikament ausgelösten Hirnhautentzündung mittlerweile 14 Menschen zum Opfer.
Die Zahl der Erkrankten stieg deutlich von 137 auf 170. Die beiden Todesopfer sind das erste in Indiana und das zweite im Staat Florida.
Mittlerweile wurde auch in Idaho ein Erkrankter gemeldet. Der Staat liegt im Nordwesten der USA – weit von den anderen Krankheitsherden entfernt. Das verunreinigte Schmerzmittel stammt von einem Unternehmen aus Massachusetts im Nordosten der USA. Insgesamt sind nun elf Staaten betroffen.
Medikament war mit Pilzen verseucht
Das vor allem bei chronischen Entzündungen eingesetzte Medikament war mit Pilzen verseucht. Patienten hatten das Mittel in den Rücken gespritzt bekommen. Im Labor sei bei zehn Patienten der Pilz Exserohilum, bei einem weiteren der Pilz Aspergillus nachgewiesen worden, teilten die CDC mit.
Die meisten Fälle gibt es nach wie vor in Tennessee. Fast ein Drittel der Erkrankten (49) und nahezu die Hälfte der Todesfälle (6) wurden in dem Südstaat registriert. Die beiden anderen Brennpunkte sind das nicht weit entfernte Virginia mit 30 Erkrankten und einem Toten und das weit im Norden gelegene Michigan. Hier starben drei Menschen, 39 Erkrankte wurden gemeldet.
Die Meningitis greift Gehirn und Rückenmark an. Die Krankheit bleibt oft lange unentdeckt, weil die ersten Symptome zunächst einer Grippe ähneln. Die Betroffenen müssen im Krankenhaus intravenös Medikamente gegen den Erregerpilz erhalten.
Gouverneur empfiehlt Sexnummer statt Meningitis-Hotline
Floridas Gouverneur Rick Scott ist unterdessen ein peinlicher Fehler unterlaufen. Während der Meningitiswelle hat er den Hilfesuchenden aus Versehen die Nummer einer Sexhotline empfohlen. Der Lokalsender WUSF meldete, dass Scott die Nummer nach einer Kabinettssitzung genannt und der Sender sie dann im Internet verbreitet habe.
"Wir wurden dann sehr rasch von Lesern informiert, dass die Nummer tatsächlich zu einem Angebot für Erwachsene führt", schrieb der Sender. Das Büro des Gouverneurs korrigierte die Nummer sofort.


















