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08.05.09

Tiefseeforschung

Reise bis zum tiefsten Grund des Meeres

Expeditionen in die Tiefsee sind eines der letzten Abenteuer der Menschheit: US-Forscher wollen jetzt in eine Tiefe vordringen, die bisher nur zwei Menschen erreicht haben: Vor 50 jahren tauchten Jaques Piccard und Don Walsh 10.916 Meter hinab. Diesen Tiefenrekord werden die Amerikaner jedoch nicht brechen – ihr U-Boot ist unbemannt.

© dpa
Auguste Piccard - Zeichnung des Bathyscap "Trieste"

Amerikanische Wissenschaftler wollen im Juni an einen Ort vordringen, der seit fast 50 Jahren keinen Menschen gesehen hat. Das Unterseeboot "Nereus" der Woods Hole Oceanographic Institution wird vorerst ohne Besatzung das Challengertief im Marianengraben erkunden – dazu muss das Forschungs-U-Boot knapp elf Kilometer tief tauchen.


Zuerst ist eine Serie von Testläufen geplant. "Anstatt direkt an die tiefste Stelle des Swimmingpools zu springen, werden wir vorerst nur die Zehenspitzen ins Wasser halten", sagte einer der "Nereus"-Designer, Andy Bowen, der britischen BBC. "Bevor wir auf 11.000 Meter abtauchen, gehen wir auf 1000 Meter, 4000 Meter und 8000 Meter."


Andere Forscherteams – Briten, Franzosen, Russen, Japaner – beobachteten die amerikanische Mission mit "großem Interesse".


Über die Tiefsee und deren Bewohner wissen Forscher weniger als über die Oberfläche des Mondes. Das Challengertief ist der tiefste Punkt der Erde. Es liegt im Marianengraben im Pazifik. Dass es in der untersten Etage sogar Fische gibt, haben als Erste Jacques Piccard und Don Walsh am 23. Januar 1960 mit eigenen Augen beobachtet. Mit ihrer Tauchkugel "Trieste" gingen sie auf 10916 Meter hinab und stellten einen Tiefenrekord auf – allerdings konnten sie nur beobachten; greifen und mitnehmen konnten sie ihre Entdeckungen nicht. Das gelang erst 30 Jahre später, als der zweite Roboter der Geschichte, Kaiko, hinuntertauchte, gebaut in den Neunzigern von Ingenieuren des Japan Marine Science and Technology Center.


Am 24.März 1995 gelangte der Roboter ins Challengertief, schürfte im Sediment und brachte Leben mit an die Oberfläche: zahlreiche Bakterien und andere Einzeller. Im Sommer 2003 jedoch ging das Gerät verloren, bei einem Taifun riss das Verbindungskabel zum Mutterschiff, Kaiko verschwand auf Nimmerwiedersehen. Hat "Nereus" mehr Glück? Wenn nicht: Für 2012 plant auch Russland eine bemannte Expedition in die Tiefen.

Quelle: eb
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