22.08.2012, 22:21

Lexikon Von Onni bis Eilrich - Duden nimmt 200 neue Vornamen auf

Vornamen-Lexikon mit neuen Einträgen

Foto: DPA

Mittlerweile 8000 Vornamen sind beim Dudenverlag gelistet. Der neueste Trend: traditionelle, exotische oder prominente Namen.

Auf den Spielplätzen sind diese Namen besonders häufig zu hören: Deutsche Eltern nennen ihre Kinder laut Statistik gerne Mia, Ben, Leon oder Emma. Wer es gerne individueller haben möchte, zieht häufig das Internet oder spezielle Lexika zurate. Etwa die neue, mittlerweile sechste Auflage des Vornamenlexikons aus dem Mannheimer Dudenverlag, die nun mit immerhin 8000 Vornamen aufwartet, darunter 200 neu eingetragenen. Bis die Neuzugänge sich durchsetzen, dürfte es dauern: "Bei Namen gibt es grundsätzlich eher langfristige Trends", sagt der 71 Jahre alte Wissenschaftler Volker Kohlheim, der das Duden-Lexikon mit seiner Frau Rosa betreut.

Vor fünf Jahren hatten die beiden Wissenschaftler, die früher an der Universität Bayreuth arbeiteten, das Lexikon um 2000 in Deutschland gebrauchte Vornamen von Familien mit Migrationshintergrund ergänzt. Bei islamischen Eltern haben die Sprachforscher auch diesmal einen neuen Trend ausgemacht. Ganz traditionelle Namen wie Ali und Mehmet sind zwar immer noch die häufigsten, neuerdings neigen türkische Eltern aber zu Namen alttürkischer Herkunft, die keinen religiösen Hintergrund haben. Ein typisches Beispiel ist der männliche Vorname Mert – mit der Bedeutung "freigebig, tapfer, aufrichtig". Aus dem arabischen Sprachraum als Information für besonders Interessierte zu finden: Der erste Vorname von US-Präsident Barack Obama geht auf eine anglisierte Form des Suaheli-Namens "Baraka" zurück. Das gleichlautende arabische Wort hat die Bedeutung "Segen".

Auch Fans internationaler Stars und Sternchen werden im Nachschlagewerk fündig: Charlène, der Vorname der Fürstin von Monaco, wurde neu aufgenommen. "Den Namen in französischer Aussprache gab es vorher nicht, er ist englischer Herkunft", sagt Kohlheim. Ohnehin würden ständig neue Namen aus anderen Kulturkreisen von deutschen Eltern übernommen. Politisch korrekt etwa wäre der Jungenname Onni, der aus dem Finnischen stammt und schlicht "Glück" bedeutet. Traditionsbewusste, aber dennoch experimentierfreudige Eltern könnten ihren Sohn etwa Eilrich taufen lassen, ein neu aufgenommener, aber gleichzeitig alter deutscher Vorname. Er bezieht sich auf die noch ältere Form Agilrich und bedeutet frei übersetzt "Schreckensherrscher". Dies könnte allerdings im Kindergarten zu Missverständnissen führen.

(dpa)
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