18.08.12

Mars

Marsrover "Curiosity" macht schon mal den Bohrer scharf

Langsam wird es ernst für die Mars-Sonde "Curiosity". Der Rover bereitet sich auf seinen ersten Laser-Einsatz vor.

Foto: REUTERS
NASA handout photo of target for Curiosity rover's Chemistry and Cmaera instrument
Das erste Ziel: In diesen Stein soll "Curiosity" ein Loch bohren

Die Mars-Sonde "Curiosity" steht vor ihrem ersten Laser-Einsatz. Mit dem Strahl soll sie in der Nacht zu Sonntag einen Gesteinsbrocken ins Visier nehmen und ein kleines Loch in ihn brennen. Die Wissenschaftler testen derzeit noch, ob alle Funktionen der "Curiosity" intakt sind, bevor die Sonde ihren fast zweijährigen Einsatz auf dem Mars beginnt. Sie soll die Lebensbedingungen auf dem Planeten erforschen.

Daneben liefert die Sonde bereits jetzt immer neue spektakuläre Erkenntnisse. So haben US-Wissenschaftler erstmals seit 30 Jahren wieder Temperaturen auf dem Mars messen können. "Curiosity" habe auf der Oberfläche des Roten Planeten eine Temperatur über dem Gefrierpunkt gemessen, sagte der Wissenschaftler John Grotzinger.

Temperatur steigt über den Gefrierpunkt

Der Roboter habe in seiner direkten Nähe auf der Marsoberfläche im Gale-Krater am Donnerstag einen Höchstwert von "276 Kelvin", das entspricht 2,85 Grad Celsius, gemessen, sagte Grotzinger, ein Forscher am kalifornischen Institut für Technologie (Caltech). "Das ist ein sehr wichtiger Moment für die Mars-Forschung, denn zuletzt hat es auf dem Mars vor genau 30 Jahren eine langfristige Wetterstation gegeben." 1982 war die Kommunikation der Marssonde "Viking 1" mit der Erde abgebrochen.

"Curiosity" war nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All am 5. August auf dem Mars gelandet. Er sendete bereits spektakuläre Farbbilder, auf denen die Landschaft des Kraters Gale zu sehen ist, in dem sich der Roboter befindet. "Curiosity" soll Erkundungen am dort liegenden 5000 Meter hohen Mount Sharp vornehmen. In "ein bis zwei Wochen" will die Nasa Fotos vom Gipfel erhalten.

Reise an einen "coolen" Zielort

Zuvor soll der Roboter aber an einen "geologisch interessanten" Ort in entgegengesetzter Richtung reisen, der an einem Kreuzungspunkt von drei verschiedenen Flächen 1640 Kilometer vom Landungspunkt des Roboters entfernt liegt. In der kommenden Woche könnten möglicherweise die Räder des Roboters getestet werden, sagte Grotzinger. Anschließend könne "Curiosity" in einem Zeitraum zwischen zwei Wochen und drei Monaten Glenelg erreichen. Etwa einen Monat lang soll der Marsroboter in Glenelg bleiben. Laut Grotzinger lohnt sich der Umweg: "Das sieht cool aus", sagte er über den Zielort.

Die Forscher wählten den Namen "Glenelg" aus, weil das Wort vorwärts und rückwärts gelesen werden kann – denn auch "Curiosity" soll auf demselben Wege wieder zurückkehren und dann zum Mount Sharp fahren. Grotzinger schloss nicht aus, dass der Roboter auf seiner Reise ungeplante Zwischenstopps einlegt, wenn er dort interessante Steine findet. Der Mount Sharp bleibe aber das eigentliche Ziel der Mission, betonte er.

Auf der Suche nach einstigem Leben

Grotzinger stellte am Freitag vier neue Aufnahmen vor, die "Curiosity" zur Erde gesendet hat. Auf einem Foto waren deutlich die verschiedenen Gesteinsschichten der Hügel am Fuße des Mount Sharp zu erkennen. "Wahrscheinlich gibt es dort in allen Schichten hydrierte Mineralien", sagte er. Die Forscher vermuten, dass es im Gale-Krater früher Wasser gab und dass die Gesteinsschichten Spuren von früherem Leben auf dem Mars enthalten könnten.

Der 900 Kilo schwere Erkundungsroboter von der Größe eines Pkw soll nach Hinweisen suchen, dass es früher Leben auf dem Mars gegeben haben könnte. Die 2,5 Milliarden Dollar teure Mission ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. "Curiosity" ist der teuerste und ausgefeilteste Roboter, der je für die Erforschung eines anderen Planeten gebaut wurde. Das Marsmobil hat sechs Räder und ist mit einem chemischen Labor, Videokameras, einem Laserstrahl sowie mit einem über zwei Meter langen Roboterarm und einer Wetterstation ausgestattet.

Quelle: AFP/alu
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