16.08.12

AOK-Studie

Pendler haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko

Geschätzte 140.000 Berliner pendeln für ihren Job. Auch das macht sie laut einer AOK-Studie für Krankheiten besonders anfällig.

Ständige Erreichbarkeit, viele Überstunden, wechselnde Arbeitsorte und lange Anfahrtswege: Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt lässt immer mehr Arbeitnehmer an ihre psychischen Belastbarkeitsgrenzen stoßen. Seit 1994 nahm die Zahl der psychischen Erkrankungen um insgesamt 120 Prozent zu, wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten "Fehlzeiten-Report 2012" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht.

Der Untersuchung zufolge erhält mehr als jeder dritte Erwerbstätige häufig Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit (33,8 Prozent) oder leistet Überstunden (32,3 Prozent). Auch Arbeit mit nach Hause zu nehmen (12,0 Prozent) oder an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten (10,6 Prozent), stellt kein Randphänomen mehr dar.

Immerhin pendelten im Jahr 2009 täglich rund 70.000 Berliner nach Brandenburg. Weitere rund 72.000 Berliner übten ihren Beruf in einem Ort außerhalb Brandenburgs aus.

2,7 Millionen Fehltage wegen Burnout

Das macht sich bei den Fehlzeiten bemerkbar: 2011 waren Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen mit im Schnitt 22,5 Tagen je Fall mehr als doppelt so lange wie andere Erkrankungen mit durchschnittlich elf Tagen je Fall.

Immer häufiger lautet die Diagnose "Burnout". Dem "Fehlzeiten-Report" zufolge waren 2011 bezogen auf die mehr als 34 Millionen gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten in Deutschland mehr als 130.000 Menschen wegen eines Burnouts krankgeschrieben. Das führte zu insgesamt 2,7 Millionen Fehltagen. Betroffen waren insbesondere Beschäftigte in sozialen Berufen. Zudem waren Frauen häufiger betroffen als Männer.

Insgesamt ist der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken und lag 2011 bei 4,7 Prozent. Im Durchschnitt dauerte eine Arbeitsunfähigkeit laut Untersuchung im vergangenen Jahr 11,0 Tage. Dabei hat sich der Krankenstand auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau eingependelt. Die meisten der 140 Millionen Krankheitstage entfielen auf die Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen (23,1 Prozent). Darauf folgen Atemwegserkrankungen (12,4 Prozent), akute Verletzungen (12,3 Prozent) und psychische Erkrankungen (9,6 Prozent).

Der Fehlzeiten-Report berichtet seit 1999 jährlich auch über die allgemeine Krankenstandsentwicklung. Grundlage der Untersuchungen sind die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von 10,8 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern.

Quelle: dapd/sei
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