Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
06.03.09

Bildung

Japan setzt erstmals Roboter als Lehrer ein

Manche Probleme erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Während in Deutschland die Lehrer immer knapper werden, verrichtet in Japan jetzt die erste vollautomatische Pädagogin der Welt ihren Dienst. Für die Japaner kein Thema – sie gehen viel unbefangener mit humanoiden Robotern um.

SPX

6 Bilder

Die Bundesländer wollen auf das aggressive Abwerben von Lehrern mit mehr Geld und dem Lockmittel "Verbeamtung" verzichten. Künftig soll es fairer zugehen in der deutschen Bildungslandschaft. Die Probleme werden damit aber nicht gelöst: die Überalterung der Lehrerschaft, zu geringe Ausbildungskapazitäten und fehlende Finanzmittel, um Pädagogen an den Schulen zu halten.


Eine intelligente Lösung bietet in dieser Situation das ferne Japan an, das auch mit der Überalterung der Gesellschaft und finanziellen Sorgen kämpft. Dort hat an einer Grundschule die erste vollautomatische Pädagogin der Welt ihren Dienst aufgenommen – ein Roboter in Frauengestalt mit dem Namen "Saya". Zu Beginn der Unterrichtsstunde zählt die Roboter-Lehrerin nach, ob alle Schüler da sind. Dann stellt sie den Kindern eine Aufgabe und lächelt freundlich. Die Jungs und Mädchen beugen sich über ihre Hefte, lernwillig, aber auch bemüht, "Frau Saya" nicht zu erzürnen. Denn sie kann böse werden: 18 Minimotoren verziehen ihr Latexgesicht dann zu einer wütenden Miene.


Japan geht seit Langem unbefangen mit sogenannten humanoiden Robotern um. Da gibt es den Roboterhund "Ibo", der laufen, wedeln, bellen und Tricks lernen kann. Humanoide Roboter werden auch in der Altenpflege eingesetzt, um ältere Personen aufzuheben und herumzutragen. Ein "Asimo" dirigierte sogar das Symphonieorchester von Detroit, und in Osaka spielen künstliche Wesen gleichberechtigt in einem Theaterstück mit.


Erfinder der Lehrerin aus Metall und Kabeln ist Hiroshi Kobayashi von der Universität Tokio. 15 Jahre lang hat der Professor an der Figur gebastelt, die unfehlbar scheint: Wenn die Batterien aufgeladen sind, wird sie nie krank, sie verlangt keine Bezahlung, und freche Schüler lassen sie kalt.

Doch mit einem wesentlichen Punkt kann die Roboterin nicht dienen: wenn es um menschliche Wärme und die individuelle Betreuung der Kinder geht. Da wird "Saya" wohl eine Hilfskraft brauchen – eine lebendige.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Krebs
Impfung gegen Krebs

Forscher wollen Tumore künftig mit Vakzinen besiegen.

Video Nachrichten mehr
Kenia Explosion erschüttert Einkaufzentrum in Nairobi
Großrazzia Polizei verhaftet italienische Fußballprofis
Filmpreis Haneke mit "Goldener Palme" in Cannes…
Sicherheitsrat UN verurteilt Massaker in Syrien
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Berlin

Bunter Straßenumzug zum 17. Karneval der Kulturen

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote