Elektroautos

In 80 Tagen ohne Abgase um die Welt

30.000 Kilometer in knapp drei Monaten – Frei nach Jules Verne sind in Genf Elektroautos zu einem Rennen um den Erdball gestartet.

Foto: REUTERS

Frei nach Jules Verne sind am Montag Teams aus Deutschland, Australien und der Schweiz von Genf aus zu einer Reise mit Elektrofahrzeugen in "80 Tagen rund um die Welt" aufgebrochen. Bis kommenden Januar wollen die Öko-Vehikel durch 16 Länder touren – bis nach China und in die USA. Rechtzeitig zur UN-Klimakonferenz in Cancun ist Ende November auch ein Zwischenstopp in der mexikanischen Stadt vorgesehen, um für eine weltweite Begrenzung der Treibhausgase zu werben. Zielort ist dann wieder Genf.

Organisator der gänzlich ohne Abgase auskommenden "Zero Race"-Tour ist der Schweizer Lehrer und Solarpionier Louis Palmer. Er hatte schon einmal vor zwei Jahren mit seinem "Solar-Taxi" ohne einen Tropfen Treibstoff die Welt umrundet und dabei immer wieder Prominente mitgenommen. Das diesjährige "Rennen" solle zeigen, dass "sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten auf erneuerbare Energie und saubere Mobilität angewiesen sind", sagte Palmer vor dem Start. Der Menschheit gehe das Öl aus, die Klimakrise komme, "und wir alle rennen gegen die Zeit an".

Während der Tour beziehen die Öko-Vehikel ihren Strom aus der Steckdose; zum Ausgleich mussten die Teams vorab selbst Energie "generieren" oder von erneuerbaren Energiequellen kaufen. Eine Stromladung reicht bei jedem Fahrzeug für mindestens 250 Kilometer. Zu ihnen gehören ein Eletroscooter aus Deutschland, ein Zweirrad-"Zerotracer" aus der Schweiz und ein Zweisitzer-TREV aus Australien, der wie ein abgeschnittener Kleinwagen auf drei Rädern aussieht. Betreut werden sie auf ihrer Tour von Palmer in einem Pannen-Lastwagen.

TREV-Team Jason Jones und sein 24-jähriger Sohn Nick haben nach eigenen Angaben 400 australische Dollar (280 Euro) für den gesamten Sprit ausgegeben. "Wir dachten, die Tour ist eine einmalige Gelegenheit zu zeigen, wozu unser Wagen fähig ist. Die Zukunft gehört einfach nicht mehr den Spritschluckern", sagte der 57-Jährige.

Ursprünglich sollte auch ein Team aus Südkorea am Start sein. Wegen "kleinerer Batterieprobleme" blieb deren Gefährt jedoch schon 60 Kilometer vor der Startlinie am Genfer UN-Gelände liegen. Es sollte die anderen drei Teams aber noch im Laufe des Tages einholen.

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