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03.03.09

Lebensmittel

Test entlarvt Etikettenschwindel bei Bio-Milch

Biolebensmittel liegen im Trend. Manchmal ist die Nachfrage höher als das Angebot. Dann wächst die Gefahr von Verfälschungen. Doch der Etikettenschwindel kann jetzt leichter auffliegen: Zwei Parameter sind es, die verraten, ob eine Milch "Bio" ist oder ein konventionelles Produkt dahintersteckt.

© dpa
Milch tropft in ein Glas
Ist diese Milch Bio oder nicht? Ein Test bringt's ans Tageslicht

Biolebensmittel liegen im Trend. Manchmal ist die Nachfrage höher als das Angebot, dann wächst die Gefahr von Verfälschungen. Bei Trinkmilch betrug der Anteil der Biomilch im ersten Halbjahr 2008 immerhin elf Prozent, wie Daten der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle in Bonn zeigen. Wer hier Etikettenschwindel betreibt, kann jedoch leicht auffliegen.


Joachim Molkentin vom Kieler Max-Rubner-Institut für Ernährung und Lebensmittel berichtet im "Journal of Agricultural and Food Chemistry", wie man Biomilch anhand von zwei Parametern eindeutig von konventioneller Milch unterscheiden kann. Biomilch enthält immer einen Linolensäureanteil von mehr als 0,5 Prozent und ein Defizit an schwerem Kohlenstoff von mindestens 26,5 Promille.

Linolensäure ist eine gewöhnliche Fettsäure. Mit schwerem Kohlenstoff ist das sogenannte 13C gemeint, ein Kohlenstofftyp (Isotop), der ein Neutron mehr enthält als der "normale" Kohlenstoff. Pflanzen unterscheiden zwischen den beiden Isotopen. Sie bauen eher die leichte Variante in ihr Gewebe ein, und deshalb findet man in ihnen weniger schweres 13C als in der unbelebten Natur. Diese Differenz bezeichnen die Experten als Delta-13C.

In Tieren und Milch spiegelt sich dieser 13C-Wert wider. Da maisreiches Kraftfutter sich zudem in seinem 13C-Wert von dem Futter in der biologischen Viehhaltung unterscheidet, lassen sich Rückschlüsse auf die Wirtschaftsform ziehen. Als zweiter Parameter kommt die Linolensäure hinzu, deren Menge bei Fütterung von frischem Weidefutter ansteigt.

Im Moment beschäftigt Molkentin sich mit der Frage, ob die Nachweisverfahren sich auch auf Milchprodukte wie Käse anwenden lassen: "Die Werte sind weniger eindeutig, und wir untersuchen gerade, woran das liegen könnte."

Quelle: rhl
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