16.08.11

Seti-Projekt

Es ist wieder Geld da für die Außerirdischen

Spender retten den amerikanischen Horchposten für die Suche nach ET. Die amtlichen Wächter von der Nasa wollen nach Kräften helfen – wenn auch nicht direkt finanziell.

Foto: gettyimages
Das Projekt Seti sucht nach Spuren von extraterrestrischem Leben
Das Projekt Seti sucht nach Spuren von extraterrestrischem Leben

Die Frage, ob auf Planeten in fernen Sternensystemen intelligente Lebewesen wohnen, stößt international auf wachsendes Interesse. Seit 2004 stellen weltweit Hunderttausende ihren privaten Computer in den Dienst des vernetzten Projektes "Seti@home", mit dem Signale aus dem All näher analysiert werden. Jetzt konnte das Seti-Institut ("Suche nach extraterrestrischer Intelligenz") im kalifornischen Mountain View den Erfolg ihrer Spendenkampagne verkünden.

2553 Sponsoren aus vielen Ländern brachten die Summe von umgerechnet über 150.000 Euro zusammen. So ermöglichen sie dem Institut vorerst den weiteren Betrieb ihres Allen-Teleskops (ATA) nahe San Francisco, mit dem die Seti-Experten den Weltraum nach Radiosignalen abhorchen und prüfen, ob sie womöglich künstlich sein könnten.

Der Betrieb am ATA ruhte seit April, weil der klamme US-Bundesstaat Kalifornien die Zuschüsse strich. Jetzt ist die Arbeit bis zum Jahresende gesichert, und Seti wirbt für weitere Zuwendungen. Prominenteste Finanziers waren der Nasa-Astronaut Bill Anders, der 1968 beim ersten Flug um den Mond dabei war, sowie die Schauspielerin Jodie Foster, die im Hollywood-Thriller "Contact" Jill Tarter mimte, die ganz reale Chefin des Seti-Instituts, das in dem Film tatsächlich Signale von ET empfing. Die Spender stehen in der Tradition der Computermilliardäre David Packard, William Hewlett und Paul Allen, die seit den 90er-Jahren viele Millionen stifteten.

Zwar stoppte die Nasa 1994 ihre eigene Seti-Arbeit im Zuge anstehender Sparprogramme. Doch dem Thema außerirdischen Lebens widmet sich die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur weiterhin in mehrfacher Hinsicht.

Das Nasa-Institut für "Astrobiologie" koordiniert die Forschung mehrerer Dutzend Institute in den USA und anderen Staaten, die über die Möglichkeiten und Bedingungen außerirdischer Lebewesen forschen. Auch das starke Engagement der Nasa in der Suche nach fernen erdähnlichen Planeten gehört dazu (nur auf Planeten, so vermutet man, könnten Zivilisationen entstanden sein).

Das Gründungsjahr des Astrobiologie-Instituts, 1998, fiel in die Amtszeit von Nasa-Chef Daniel Goldin (1992–2001). Er war bekannt dafür, dass ihn das Thema elektrisierte, das damals zusätzlich Auftrieb bekam, weil durch neuartige Beobachtungsmethoden 1995 erstmals ein Planet in einem anderen Sonnensystem nachgewiesen werden konnte und bis heute 553 als "entdeckt" gelten.

Ebenfalls seit den 90er-Jahren überlässt die Raumfahrtagentur auf ihrem weitläufigen Gelände "Moffett Field" ganz in der Nähe von Mountain View ausgedehnte Räumlichkeiten der Gruppe "Contact" für deren Tagungen. Dabei handelt es sich um eine lockere Gruppe von Intellektuellen, Autoren, Naturwissenschaftlern und Enthusiasten, die durchaus vergnügt, aber mit wissenschaftlichem Tiefgang regelmäßig über Chancen, Risiken und Modalitäten für den Fall debattieren, dass ET und seine Freunde tatsächlich zu uns kommen sollten oder sich zumindest mal melden.

Die Chancen dafür hat Frank Drake, Astrophysiker und einer der Seti-Pioniere, vor 50 Jahren auf einer Konferenz am Greenbank-Observatorium nahe Washington ausgelotet, mithilfe seiner inzwischen legendären "Drake-Gleichung": Die Variablen bilden die Anzahl der Sternensysteme in unserer Galaxie, ihrer Planeten, davon wiederum der bewohnbaren, die geschätzte Lebensdauer von Zivilisationen und ähnliche Daten; als Ergebnis ergibt sich daraus die Anzahl intelligenter Lebensgemeinschaften im All.

Weil aber die Daten für die Variablen noch weitgehend unbekannt sind, gibt es auch noch kein Ergebnis. Immerhin: Die Konferenz einigte sich damals auf eine Schätzung zwischen einer Zivilisation und vier Millionen.

Um den USA bei der Vorbereitung auf mögliche Bündnisse mit Außerirdischen (die nach Überwindung von für uns unüberwindbaren Distanzen zwischen den Sonnensystemen zwangsläufig weit fortgeschritten sein müssten) keinen Vorsprung zu gewähren, legte auch die Sowjetunion 1964 ein Suchprogramm auf. Es startete am Byurakan-Observatorium in Armenien, unweit vom Berg Ararat übrigens, wo der Überlieferung nach einst Noah der Menschheit die zweite Chance eröffnet haben soll.

1977 war es dann auch tatsächlich – fast – so weit. Im Rahmen des Seti-Projektes "Big Ear" (Großes Ohr) empfing der Astrophysiker Jerry Ehman am Teleskop der Universität von Ohio ein Radiosignal, dessen Frequenz und Intensität dem Forscher unnatürlich vorkamen, eben künstlich. Es ging als "Wow"-Signal in die Seti-Geschichte ein, und noch heute streiten sich die Experten über den Ursprung des Ereignisses, das nach Einschätzung vieler eigentlich nur gezielt von einer fernen Antenne ausgesandt worden sein könne.

Da es sich nicht wiederholte, wird es ein Rätsel bleiben, und alle weiteren Spekulationen sind müßig. Müßig, so sehen es allerdings viele Kritiker, seien die Seti-Bemühungen insgesamt. Die Entfernung zum nächsten Exoplaneten beträgt etwa 100 Billionen Kilometer. Ein schnelles Raumfahrzeug bräuchte dafür eineinhalb Millionen Jahre. Ein Radiosignal könnte die Distanz zwar in zehn Jahren überwinden. Doch viel zu erwarten ist da nicht. Der "Nachbar" ist ein Gasplanet.

Thesen zu Hinterlassenschaften von Aliens
Die Anhänger der Prä-Astronautik gehen davon aus, dass Außerirdische bereits in der Frühzeit der Menschheit die Erde besucht und die menschliche Zivilisation beeinflusst oder sogar geschaffen haben. Bekannte Objekte der Prä-Astronautik sind...
Glühbirnen von Dendera: Anhänger der Prä-Astronautik glauben, dass auf einem Relief im Hathortempel von Dendera in Ägypten eine historische Glühbirne abgebildet ist – was beweisen würde, dass die Ägypter bereits damals Elektrizität kannten.
Der Aluminiumkeil von Aiud: Der keilförmige Körper wurde in den siebziger Jahren in der Nähe der rumänischen Stadt Aiud bei Bauarbeiten gefunden. Anhängern der Prä-Astronautik sehen in dem Keil einen Beleg dafür, dass bereits in früheren Epochen Außerirdische auf der Erde waren, da man vor 1825 noch keine Möglichkeiten hatte, Aluminium herzustellen.
Die Steine von Ica: Dabei handelt es sich um Steine, auf denen mythische Wesen, aber auch Dinosaurier und hochtechnologische Geräte abgebildet sind. Angeblich wurden die Steine im Jahr 1961 von Indios im Flussbett des Rio Ica entdeckt. Prä-Astronautikforscher sehen in den Steinen einen Beweise dafür, dass die Geschichte der Menschheit viel älter und vor vielen Jahrtausenden auch bedeutend fortgeschrittener gewesen sei als bisher angenommen.
Kernbohrungen von Abusir: Im etwa 15 Kilometer von den Pyramiden von Gizeh entfernten Abusir gibt es mehrere große Steinblöcke aus dem sehr harten Gestein Diorit. In diesen Steinen befinden sich kreisrunde Bohrlöcher, teilweise existieren auch die zugehörigen Bohrkerne noch. Anhänger der Prä-Astronautik gehen davon aus, dass diese Kernbohrungen nicht mit altägyptischer Technologie, sondern erst mit hochmodernen Maschinen möglich gewesen seien.
Der Mechanismus von Antikythera: 1900 wurde von Tauchern aus einem altgriechischen Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen. Das Schiff wird auf die Zeit von 70 v.Chr. datiert. Bei dem Fund handelt es sich um ein sehr komplex aufgebautes Gerät, welches aus zahlreichen Zahnrädern besteht, die das Ablesen der Relationen verschiedener Gestirne zueinander ermöglicht. Laut Prä-Astronautikforscher wären die Menschen aber damals noch nicht in der Lage gewesen, einen solch komplexen Mechanismus anzufertigen.
Der Kristallschädel im Musée du quai Branly in Paris: Prä-Astronautikforscher argumentieren, dass der Ursprung und die Herstellungsweise des Schädels bis heute nicht geklärt sei.
Die Kolumbianischen Goldflieger: Sie zählen zu den bekanntesten Objekten, die als Belege für Besuche durch Außerirdische herangezogen werden. Die meisten der Objekte dieser Art werden im "Museo del Oro" der "State Bank" in Bogotá in Kolumbien aufbewahrt. Aufgrund der aerodynamischen Konstruktion der Objekte behaupten Forscher der Prä-Astronautik, sie stellten Modelle prähistorischer Flugzeuge dar.
Die Grabplatte von Palenque: Der Sarkophagdeckel aus der Grabkammer unter dem Tempel der Inschriften, Palenque, zeigt laut Verfechtern der Astronautengötter-Hypothese einen Mayapriester oder auch den Gott Kukumatz innerhalb eines raketenähnlichen Fluggerätes. (Quelle: Wikipedia)
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