Technik
Erste-Hilfe-Roboter für das Schlachtfeld
Ein schlangenförmiger Roboter könnte eines Tages verwundeten Soldaten das Leben retten. Forscher haben ein System entwickelt, dass verletzte Soldaten in Kampfzonen versorgen soll, ohne dabei Mediziner in Gefahr zu bringen. 86 Prozent aller Todesfälle treten in den ersten 30 Minuten nach einer Verletzung ein.
Von Daniel Veiser
Heute ist es noch oft so, dass Militärärzte oder Sanitäter direkt in die Kampfzone müssen, um Verletzte zu bergen. Als potenzielle Zielscheibe für feindliche Schützen riskieren sie aber im Rettungseinsatz ihr Leben. Auch dauert es durch die Kampfhandlungen eine gewisse Zeit, bis sie zu den Verwundeten gelangen. Nach dem Willen der Forscher soll sich das bald ändern.
Zusammen mit seinen Studenten entwickelt der Robotik-Professor Howie Choset einen mechanischen Arm, der seine Beweglichkeit über zahlreiche Gelenke erreicht. Jedes Gelenk verfügt insgesamt über zwei Freiheitsgrade, was den Arm - ähnlich einer Schlange - sehr flexibel macht. Durch das Aneinanderketten von Gelenken lassen sich komplexe Bewegungsabläufe erzielen. Auch Industrieroboter sind ein gutes Beispiel für das Nachahmen von organischen Bewegungsabläufen. Das berichtet die Technology Review unter Bezug auf Forscher der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh (Pennsylvania).
Der sogenannte Snakebot ist außerdem mit verschiedenen Sensoren ausgerüstet. Sie sollen den Gesundheitszustand der Soldaten überwachen. Anhand der Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte lässt sich beispielsweise die Atmung des Patienten kontrollieren.
Die Steuerung via Joystick übernimmt aus sicherer Entfernung ein Mediziner. Für den Fall, dass Verwundete nicht sofort abtransportiert werden können, soll der Roboter zunächst Erste Hilfe direkt vor Ort leisten.
Das Entwicklungsteam hat auch mit dem US-militärischen Forschungszentrum für Telemedizin (TATRC) in Fort Detrick (Maryland) zusammengearbeitet und den Roboterarm in eine Hightech-Krankenliege integriert. In Afghanistan und Irak sind diese mobilen Krankenbetten bereits im Einsatz. Ausgestattet sind sie mit einem Beatmungsgerät, einem Defibrillator sowie anderen medizinischen Geräten.
"Das Problem ist aber, dass die Instrumente am Transportsystem befestigt sind und der Patient vor einer Behandlung erst auf die Liege gehoben werden muss", sagte Choset der Technology Review. "Wenn jemand den Verletzten bergen will, stellt er gleichzeitig ein leichtes Ziel dar. Also wollen wir das ganze System automatisieren."
Wenn es den Forscherteam in Zukunft gelingen sollte, auch Ultrallschallsensoren am Roboterarm zu implementieren, könnte bei den Verwundeten sogar innere Blutungen festgestellt werden. Dafür muss der "Snakebot" aber vorher wissen, mit welcher Kraft er den Sensor aufsetzen kann. Im Militärbereich sind laut Sylvian Cardin, Experte für Medizinroboter am TATCR, noch weitere Anwendungen für den Roboterarm möglich. "Er könnte zum Beispiel auch auf einem kleinen Fahrzeug angebracht sein, das ferngesteuert in die Kampfzone fährt, um Patienten zu behandeln."
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Medizintechnik: Japanische Kuschelroboter für Demenzkranke
- Technik: Roboter aus Fertigsuppen und Bierflaschen
- Technik: Roboter werden schon bald zu Arbeitskollegen
- Innovation: Roboter für den Haushalt soll 10.000 Euro kosten
- Psychologie: Menschelnde Roboter werden besser behandelt
- Medizin: Mund-zu-Mund-Beatmung hilft nicht
-
00:08Präsidentschaftswahl: Unterlegener Kandidat in Ägypten will gegen Wahler...
-
00:00Verkehrssünder: Flensburger Punktedatei soll weiter verschärft...
-
26.05.2012Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
- 1. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 2. Formel 1 in Monaco Strafversetzung verdirbt Schumacher nicht die Laune
- 3. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 4. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 5. Nach Berufung Hertha BSC schickt seine Spieler in den Urlaub














