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06.02.09

Technik

Erste-Hilfe-Roboter für das Schlachtfeld

Ein schlangenförmiger Roboter könnte eines Tages verwundeten Soldaten das Leben retten. Forscher haben ein System entwickelt, dass verletzte Soldaten in Kampfzonen versorgen soll, ohne dabei Mediziner in Gefahr zu bringen. 86 Prozent aller Todesfälle treten in den ersten 30 Minuten nach einer Verletzung ein.

Museum für Kommunikation Berlin

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Heute ist es noch oft so, dass Militärärzte oder Sanitäter direkt in die Kampfzone müssen, um Verletzte zu bergen. Als potenzielle Zielscheibe für feindliche Schützen riskieren sie aber im Rettungseinsatz ihr Leben. Auch dauert es durch die Kampfhandlungen eine gewisse Zeit, bis sie zu den Verwundeten gelangen. Nach dem Willen der Forscher soll sich das bald ändern.

Zusammen mit seinen Studenten entwickelt der Robotik-Professor Howie Choset einen mechanischen Arm, der seine Beweglichkeit über zahlreiche Gelenke erreicht. Jedes Gelenk verfügt insgesamt über zwei Freiheitsgrade, was den Arm - ähnlich einer Schlange - sehr flexibel macht. Durch das Aneinanderketten von Gelenken lassen sich komplexe Bewegungsabläufe erzielen. Auch Industrieroboter sind ein gutes Beispiel für das Nachahmen von organischen Bewegungsabläufen. Das berichtet die Technology Review unter Bezug auf Forscher der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh (Pennsylvania).

Der sogenannte Snakebot ist außerdem mit verschiedenen Sensoren ausgerüstet. Sie sollen den Gesundheitszustand der Soldaten überwachen. Anhand der Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte lässt sich beispielsweise die Atmung des Patienten kontrollieren.

Die Steuerung via Joystick übernimmt aus sicherer Entfernung ein Mediziner. Für den Fall, dass Verwundete nicht sofort abtransportiert werden können, soll der Roboter zunächst Erste Hilfe direkt vor Ort leisten.

Das Entwicklungsteam hat auch mit dem US-militärischen Forschungszentrum für Telemedizin (TATRC) in Fort Detrick (Maryland) zusammengearbeitet und den Roboterarm in eine Hightech-Krankenliege integriert. In Afghanistan und Irak sind diese mobilen Krankenbetten bereits im Einsatz. Ausgestattet sind sie mit einem Beatmungsgerät, einem Defibrillator sowie anderen medizinischen Geräten.

"Das Problem ist aber, dass die Instrumente am Transportsystem befestigt sind und der Patient vor einer Behandlung erst auf die Liege gehoben werden muss", sagte Choset der Technology Review. "Wenn jemand den Verletzten bergen will, stellt er gleichzeitig ein leichtes Ziel dar. Also wollen wir das ganze System automatisieren."

Wenn es den Forscherteam in Zukunft gelingen sollte, auch Ultrallschallsensoren am Roboterarm zu implementieren, könnte bei den Verwundeten sogar innere Blutungen festgestellt werden. Dafür muss der "Snakebot" aber vorher wissen, mit welcher Kraft er den Sensor aufsetzen kann. Im Militärbereich sind laut Sylvian Cardin, Experte für Medizinroboter am TATCR, noch weitere Anwendungen für den Roboterarm möglich. "Er könnte zum Beispiel auch auf einem kleinen Fahrzeug angebracht sein, das ferngesteuert in die Kampfzone fährt, um Patienten zu behandeln."

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