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03.07.07

Tierintelligenz

Orang-Utans verwenden Wasser als Werkzeug

Die Aufgabe, die sich Leipziger Forscher für die Primaten ausgedacht haben, hat es in sich: In einem Gefäß schwimmt eine Erdnuss, ein Leckerbissen für die Tiere, der allerdings auf Grund des niedrigen Wasserspiegels unerreichbar ist - für Orang-Utans ist das jedoch kein Hindernis.

© dpa
Orang-Utan-Schmuggel auf Borneo

Orang-Utans nutzen Wasser als Werkzeug. Sie spucken es in ein Gefäß, um den Wasserspiegel zu erhöhen und so an eine schwimmende Erdnuss zu gelangen. Das berichten Wissenschaftler aus Leipzig in der britischen Fachzeitschrift "Biology Letters". Das Verhalten deute darauf hin, dass Affen für bestimmte Probleme gezielt eine Lösungsstrategie entwickeln können.

Die Wissenschaftler um Natacha Mendes vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie hatten fünf Orang-Utan-Weibchen (Pongo abelii) aus dem Leipziger Zoo ein hohes Gefäß gezeigt, das zu einem Viertel mit Wasser gefüllt war. Auf dessen Oberfläche schwamm eine Erdnuss, die allerdings auf Grund des niedrigen Wasserspiegels unerreichbar war. Alle fünf Affen kamen nun auf die Idee, den Wasserspiegel zu erhöhen, um an die Nuss zu gelangen. Sie füllten ihr Maul mit Wasser aus einem Spender und spieen es in das Gefäß. Im Schnitt mussten die Tiere drei Ladungen Wasser holen. Sobald sie einmal die Lösung für das Problem gefunden hatten, kamen sie immer schneller an die Nuss heran: Während sie beim ersten Mal noch knapp zehn Minuten benötigten, brauchten sie beim letzten von zehn Versuchen nur noch 30 Sekunden. Sie gingen dabei auch immer zielstrebiger vor. Alle Versuche, mit Händen oder Maul etwas zu bewirken, blieben aus, nachdem sie einmal auf die Idee mit dem Wasser gekommen waren.

Das Verhalten der Orang-Utans erinnere an die berühmte Fabel des griechischen Dichters Äsop, in der eine Krähe Steine in ein Gefäß wirft, um an das darin enthaltene Wasser zu gelangen. Ob Krähen, denen in den vergangenen Jahren außerordentliche Fähigkeiten im Umgang mit Werkzeugen zugesprochen wurden, tatsächlich derart kreativ Probleme lösen könnten, sei aber noch unklar. In bisherigen Versuchen mit den Vögeln sei es immer nur darum gegangen, Futter mit einem Werkzeug aus einem Loch oder einer Spalte zu holen, schreiben die Forscher. Das deute auf eine gewisse geistige Spezialisierung der Krähen hin. Menschenaffen jedoch hätten umfassendere geistige Fähigkeiten, da sie eine Vielzahl von Problemen auf vielfältige Weise lösen könnten.

Quelle: dpa/oc
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