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29.12.08

Tiere

Ein Herrenparfüm für den Eulenpapagei

In Neuseeland wird der alte Männertraum wahr: ein Zauberparfüm, das die Frauen dahinschmelzen lässt. Doch die biochemische Geheimwaffe wird nicht für Menschen, sondern für Vögel entwickelt. Die Zielgruppe sind Kakapos. Für die sexuell erfolglosen Exemplare soll im Labor ein Duftstoff entwickelt werden.

© DPA
Kakapo-Papageien
Ein Kakapo-Papagei füttert seinen Nachwuchs

Die flugunfähigen Vögel, auch Eulenpapageien genannt, gehören zu den seltensten Tierarten der Welt. Seit den 80er-Jahren versuchen Artenschützer mit einem aufwendigen Programm, sie vor dem Aussterben zu bewahren. Douglas Adams beschrieb sie liebevoll in seinem Buch "Die Letzten ihrer Art".

Zunächst brachte man die Tiere auf kleine Inseln, auf denen zuvor alle Raubtiere ausgerottet worden waren. Denn Eier und Jungvögel werden von verwilderten Katzen, Wieseln und anderen Räubern gefressen, die einst von den europäischen Siedlern nach Neuseeland eingeschleppt wurden. Da die Kakapos sich in einer Umwelt entwickelten, in der diese Feinde nicht vorkamen, sind sie ihnen hilflos ausgeliefert. Durch die Schutzbemühungen stieg der Bestand von 22 auf heute 91 Vögel an. Doch die Erholung der Art verläuft zu langsam, da die einzelgängerischen Kakapos in Liebesdingen höchst wählerisch sind.

Das Herrenparfüm soll entwickelt werden, um eine der Hürden zu überwinden, die ihre Vermehrung blockieren. Weibchen stehen nämlich nur bei einigen Hähnen Schlange, während sie viele andere ignorieren. Die Biologin Dianne Brunton will den Verschmähten helfen und hat deshalb 60 Federn der bevorzugten Männchen an ein amerikanisches Duftlabor geschickt. Die dortigen Experten sollen herausfinden, ob im süßlichen Geruch der Federn das Geheimnis sexueller Unwiderstehlichkeit verborgen liegt. Wenn ja, könnte man daraus ein Parfüm für erfolglose Männchen brauen, um die genetische Vielfalt der Aussterbekandidaten zu stärken.

Auch ansonsten ist das Paarungsgebaren der Kakapos voller Tücken. Die Weibchen folgen den dumpfen Balzrufen ihrer Freier nur, wenn die Rimu-Bäume Früchte tragen (mit denen sie ihre Küken füttern). Leider kommt das nur alle drei bis fünf Jahre vor.

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