Film über Sex-Unternehmerin
Franka Potente ist von Beate Uhse beeindruckt
Im ZDF spielt Franka Potente die Erotik-Unternehmerin Beate Uhse. Im Interview spricht die Schauspielerin über den Film – und warum sie ihr Privatleben strikt abschirmt.
Nun ist die 37-Jährige in einem ZDF-Film als die berühmte Sex-Unternehmerin Beate Uhse zu sehen.
Beate Uhse – ein Name, der auch rund zehn Jahre nach dem Tod der Sex-Unternehmerin noch polarisiert. Das ZDF hat Uhses Lebensgeschichte mit Franka Potente in der Hauptrolle verfilmt.
Morgenpost Online: Beate Uhse ist über ihren Tod hinaus ein Begriff in Deutschland – die einen rümpfen immer noch die Nase, die anderen klopfen sich auf die Schenkel. Haben Sie nicht auch früher Witze gemacht?
Potente: Nein, Witze habe ich nicht gemacht. Ich wusste immer, zumindest oberflächlich, wer Beate Uhse ist, und kannte ihre Läden, aber das war's eigentlich. Ihren ganzen interessanten Hintergrund habe ich eigentlich erst durch den Film erfahren.
Tolle, starke Frau, finde ich. Das hat mich an dem Projekt gereizt. Man kennt nur eine "skandalöse" Oberfläche einer Person, und dahinter verbirgt sich eine verletzliche, sehnsuchtsvolle Frau, die versucht hat, alles was ihr lieb und teuer war unter einen Hut zu kriegen.
Morgenpost Online: Fehlt vielen Menschen, vornehmlich vielleicht auch Frauen, heute der Mut, mit aller Konsequenz in die berufliche Unabhängigkeit zu gehen wie Beate Uhse?
Potente: Unabhängig und eigenständig zu sein entgegen aller Widrigkeiten, ist, glaube ich, für jeden schwer. Frauen sind historisch mehr daran gewöhnt. Was wir kennen, ist immer die scheinbare Unvereinbarkeit von Karriere und Familie.
Das ist mittlerweile für Frauen, zumindest in Metropolen, einfacher, aber in anderen Kontexten - oder Kulturen - immer noch undenkbar. Damit hatte Beate auch zu kämpfen. Das zeigt der Film sehr gut. Sie musste Mutter und Ehefraudasein vereinbaren mit einem Riesenjob: Sie war vor allem Unternehmerin.
Morgenpost Online: Um die Dreharbeiten wurde im vergangenen Jahr ein Riesengeheimnis gemacht. Sie waren schwanger, und es hieß, sie wurden gestalkt.
Potente: Ein Künstler hat nicht die Verpflichtung oder Aufgabe, die Welt von privaten Ereignissen in Kenntnis zu setzen oder sich von der Öffentlichkeit eine "Bestätigung" dafür einzuholen. Meine Arbeit als Schauspielerin und Autorin hat öffentlich Relevanz, nicht mein Privatleben. Ich habe nie viel darüber gesprochen und tue das auch jetzt nicht.
Wie jede Familie, die Zuwachs bekommen hat, ziehen wir uns ins Privatleben zurück und genießen das. Ich lade das Publikum ein, sich meine Filme anzuschauen oder meine Bücher zu lesen, das war's. Mein, unser Privatleben, gehört uns, da haben wir ein Recht drauf. Wir dulden keine Fotografen in unserem Umfeld, die unser Kind oder uns fotografieren wollen. Die Öffentlichkeit ist in unserem Privatleben nicht erwünscht. Da ziehen wir eine Grenze, die wir bitten zu respektieren.
Morgenpost Online: Sie leben mit Ihrer Familie in den USA, werden Sie eines Tages wieder in Deutschland leben?
Potente: Unsere Tochter wächst in den USA auf.
"Beate Uhse – Das Recht auf Liebe" am Sonntag, 9. Oktober 2011, um 20.15 Uhr im ZDF
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