22.02.13

Steuerflucht

Depardieu zieht in Russlands "Straße der Demokratie"

Der Schauspieler soll angeblich bald in einem Neubaublock leben. Dort ist es zwar wenig idyllisch, dafür aber günstiger als in Frankreich.

Foto: AFP

Gerard Depardieu sieht sich als „Botschafter des neuen Russlands“
Gerard Depardieu sieht sich als "Botschafter des neuen Russlands"

Der französische Filmstar Gérard Depardieu wohnt künftig in Russland in der "Straße der Demokratie". Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Freitag berichtete, wird Depardieu die Wohnung an diesem Sonnabend feierlich übergeben. Sie liegt demnach in einem Neubaublock im Zentrum von Saransk, der Hauptstadt der Republik Mordowia, die eher für ihre Straflager als für idyllische Wohnviertel bekannt ist.

Depardieu hatte der sozialistischen Regierung in Paris wegen einer neuen Reichensteuer damit gedroht, die französische Staatsbürgerschaft abzugeben. Daraufhin hatte sein Freund, der russische Präsident Wladimir Putin, ihm die russische Staatsbürgerschaft angeboten. Anfang Januar holte Depardieu sich in Russland persönlich seinen neuen Pass ab. Bislang aber war unklar, wo er wohnen wird.

"Botschafter eines neuen Russlands"

Depardieu hält sich seit Donnerstagabend wieder in Russland auf. Am Freitag besuchte er in Moskau das Bolschoi-Theater und das nach umfangreicher Renovierung wiedereröffnete Kino "Illusion". Bei der Eröffnungsfeier sagte der 64-Jährige, er sehe sich als "Botschafter eines neuen Russland". Dieses verkörpere "alles, was ich mag". Es schätze "die Literatur, die Schriftsteller, Künstler und Musiker". Erneut zeigte sich der Schauspieler über seinen neuen russischen Pass "beglückt". Er kündigte an, bald Russisch lernen zu wollen.

Bereits im Besitz von zwei Häusern

Vor einem Monat berichtete die Zeitung "Komsomolskaja Prawda", dass der Schauspieler plane, sich ein Haus in einem Dorf bei Moskau bauen zu lassen. Das Grundstück im Wert von umgerechnet etwa 90 000 Euro habe die Größe eines halben Fußballfeldes und werde streng bewacht. Ein zweites Haus soll der Neu-Russe in der Teilrepublik Mordwinien an der Wolga geschenkt bekommen, hieß es. Dies hätten Depardieu und Gouverneur Wladimir Wolkow vereinbart.

"Ich möchte sehr bald wieder einmal nach Mordwinien kommen, um mit einer Angel am Teich zu sitzen und im Birkenhain zu spazieren", schrieb Depardieu nun in einem Brief an Gouverneur Wolkow. Er sehne sich nach der "russischen Seele".

Quelle: afp/jcw
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