07.01.13

Ex-Bundespräsident

"Traumpaar" – Christian und Bettina Wulff trennen sich

Fast ein Jahr nach dem Rücktritt ist Ex-Bundespräsident Christian Wulff aus dem gemeinsamen Haus in Großburgwedel ausgezogen.

Foto: pa/SCHROEWIG/Eva/News & Images

Ehe-Aus zwischen Bettina und Christian Wulff: Vier Jahre nach der Hochzeit und ein Jahr nach Wulffs Rücktritt als Bundespräsident gab das Paar über seinen Anwalt offiziell die räumliche und einvernehmliche Trennung bekannt.

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Der frühere Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina haben sich getrennt. Der Anwalt der Eheleute, Gernot Lehr, teilte am Montag mit: "Bettina und Christian Wulff haben sich am Wochenende einvernehmlich räumlich getrennt, nehmen ihre Verantwortung für ihren Sohn gemeinsam wahr und werden keine weiteren Erklärungen zu ihrer privaten Situation abgeben."

Zunächst eine räumliche Trennung

Bettina Wulff soll einem Bericht der "Bild" zufolge mit ihren beiden Söhnen bis auf Weiteres im gemeinsamen Haus in Großburgwedel bei Hannover wohnen bleiben. Wulff ist dem Vernehmen nach bereits in eine Mietwohnung in Hannover umgezogen. Mit Rücksicht auf die Kinder sei die zunächst räumliche Trennung im gütlichen Einvernehmen gemeinsam vereinbart worden.

Noch an Heiligabend wurden Christian und Bettina Wulff beim gemeinsamen Einkauf gesehen und wirkten dabei relativ entspannt.

Die Trennung des Ehepaars Wulff kommt fast genau ein Jahr nach dem Rücktritt Christian Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten. Wie die "Bild"-Zeitung weiter berichtet, wird in CDU-Kreisen vermutet, dass die Ehe auch an den Belastungen der Affären gescheitert sei, die am Ende zum Rücktritt Wulffs führten.

Haus in Großburgwedel wird womöglich veräußert

Was nun mit dem gemeinsamen Haus in Großburgwedel passiert ist noch unklar. Möglicherweise wird es mittelfristig veräußert, wie die "Bild" berichtet. Ein privater Kredit der Frau von Unternehmer und Wulff-Freund Egon Geerkens war der Auslöser für die Affäre um den Ex-Bundespräsidenten.

Bereits in ihrem Buch "Jenseits des Protokolls" hatte Bettina Wulff über Eheprobleme berichtet und dass sie und ihr Mann professionelle therapeutische Hilfe in Anspruch genommen hätten.

Politiker hielten sich mit Kommentaren zur Trennung zurück. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte auf die Frage, ob eine Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überliefert sei, schlicht: "Nein." Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erklärte vor der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth: "Es steht mir nicht an, mich in das Privatleben anderer Politiker einzumischen."

Als Ministerpräsident von Niedersachsen hatte Wulff die PR-Frau Bettina Körner 2006 kennengelernt und sich 2007 von seiner ersten Frau Christiane getrennt. Mit ihr war er seit 1988 verheiratet, beide haben ein Kind. Im März 2008 heiratet Wulff wieder, im darauffolgenden Mai kommt Sohn Linus Florian zur Welt. Am 30. Juni 2010 wird Wulff zum bislang jüngsten Bundespräsidenten gewählt. Bettina Wulff wurde Deutschlands First Lady.

Das Aus für das "Traumpaar" und die "Aura aus Glamour"

Doch nach 598 Tagen im Amt war es aus mit dem "Traumpaar" und der "Aura aus Glamour", die vorher detailliert von den Medien beschrieben worden waren. Den Wulffs blieb nur noch der Rückzug ins Klinkerhaus nach Großburgwedel, die Sonderermittler und die Staatsanwaltschaft an den Fersen. In diesem Haus will Bettina nun angeblich wohnen bleiben, weil ihr Sohn in Großburgwedel in den Kindergarten geht. Ihr Noch-Ehemann habe eine Wohnung in Hannover gemietet, heißt es.

Die Trennung der Eheleute hat den Biografen des früheren Bundespräsidenten, Armin Fuhrer, nicht überrascht. Bettina Wulff habe etwa in ihrer im September erschienenen Biografie einen Schlussstrich "ungewöhnlich deutlich vorangekündigt", sagte der Autor Armin Fuhrer am Montag. "Da musste man ja nicht einmal zwischen den Zeilen lesen".

Trennung ist zwar noch keine Scheidung. Aber jeder einvernehmlichen Scheidung geht eine Trennungszeit von einem Jahr voraus. Dann gilt die Ehe als unwiderlegbar zerrüttet.

Quelle: dapd/oje
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