03.01.13

Steuerflucht

Putin ernennt Depardieu zum russischen Staatsbürger

Weil er keine höheren Steuern zahlen wollte, floh der französische Schauspieler nach Belgien. Nun ernennt ihn sein "Freund" Putin zum Russen.

Foto: dpa

Der russische Präsident Wladimir Putin und Gerard Depardieu kennen sich schon länger
Der russische Präsident Wladimir Putin und Gerard Depardieu kennen sich schon länger

Der französische Schauspieler Gérard Depardieu (64, "Cyrano de Bergerac", "Asterix und Obelix") ist nun Russe. Präsident Wladimir Putin (60) verlieh seinem "Freund" mit einem Ukas die russische Staatsbürgerschaft, wie der Kreml am Donnerstag mitteilte. Depardieu hatte sich zuvor über hohe Steuern für Reiche in Frankreich beschwert und seinen Wohnsitz nach Belgien verlegt.

Daraufhin bot ihm Putin bei einer großen Pressekonferenz am 20. Dezember halb im Scherz einen russischen Pass an. Auch Regierungschef Dmitri Medwedew lockte den Star mit dem niedrigen russischen Steuersatz von nur 13 Prozent.

"In Übereinstimmung mit Absatz a des Artikels 89 der Verfassung der Russischen Föderation ist der Antrag auf russische Staatsbürgerschaft von Gérard Xavier Depardieu, geboren 1948 in Frankreich, angenommen worden", lautete der kurze Text, den der Kreml auf seiner Internetseite veröffentlichte. "Ein Witz wird Realität", titelte das russische Internetportal newsru.com daraufhin und schrieb: "Präsident Wladimir Putin hat den Russen einen neuen herausragenden Staatsbürger geschenkt."

Der franzosigste Franzose ist jetzt ein Russe

Depardieu hatte bald nach Putins Angebot gesagt, der Kremlchef habe ihm bereits einen russischen Pass geschickt. Doch Putins Sprecher Dmitri Peskow wies das als Scherz zurück.

Der französische Verfassungsrat hatte die auch von Depardieu kritisierte Reichensteuer von jährlich 75 Prozent auf Einkommen von mehr als einer Million Euro noch kurzfristig gestoppt. Dennoch hielt der Schauspieler an seinen Auswanderungsplänen fest. Sobald reiche Europäer mehr über das günstige russische Steuersystem erführen, werde es eine "Massenmigration" geben, schrieb der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin bei Twitter.

Geteiltes Echo auf Einbürgerung

"Falls Gérard wirklich eine russische Aufenthaltsgenehmigung oder einen russischen Pass will, so ist diese Frage bereits positiv entschieden", hatte Putin am 20. Dezember gesagt. In Russland gab es indes ein geteiltes Echo auf die Einbürgerung. "Gérard Depardieu kennt und liebt Russland, das immer auf ihn gewartet hat", sagte der Präsident der Internationalen Vereinigung russischer Landsleute, Pjotr Scheremetjew.

Der Regisseur Wladimir Meschow hingegen, der mit Depardieu den Film "Sawist Bogow" (2000, Der Neid der Götter) drehte, sagte: "Das bedeutet nicht, dass er ein russischer Patriot ist."

Quelle: dpa/oje
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