04.12.12

Nachwuchs

England jubelt - William und Kate bekommen ein Baby

Auf diese Nachricht haben alle gewartet: Prinz William und seine Kate erwarten ihr erstes Kind. Ein Klinikbesuch brachte es an den Tag.

Quelle: Reuters
04.12.12 1:57 min.
Seit bekannt wurde, dass Prinz William und seine Frau Kate Nachwuchs erwarten, steht Großbritannien Kopf. Auch Premierminister Cameron, das Weiße Haus und das Parlament Kanadas schickten Glückwünsche.

Es war die Nachricht, auf welche die Briten und mit ihnen die ganze Welt gewartet hatte. Am Montagnachmittag, kurz nach 16 Uhr wurde sie amtlich: Die Herzogin und der Herzog von Cambridge, Prinz William und seine Frau Catherine ("Kate") erwarten ein Baby;das gab der Palace of St. James's, die Londoner Residenz des Paares, mit einer knappen Mitteilung bekannt. Beide, so hieß es da, seien "hoch erfreut" in Erwartung ihres Kindes.

Premierminister David Cameron befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade in einer wichtigen Sitzung des Unterhauses, wo über die kontroverse Frage einer möglichen gesetzlichen Regulierung der britischen Presse diskutiert wurde.Er brachte daher seinen Kommentar – eine Welturaufführung – über Twitter bekannt: Er sei "erfreut" über die Nachricht und sicher, dass Prinz William und sein Frau "wunderbare Eltern" abgeben würden.

Nachricht mit einem medizinischen Bulletin verbunden

Die Bekanntgabe des Ereignisses wurde dem Königshaus durch einen Besuch der Herzogin im Londoner St. Edward Krankenhaus gleichsam aufgedrängt. Krankenhausbesuche königlicher Hoheiten ab einem bestimmten Grad der Rangfolge sind Anlässe großer medialer Neugier, die vom Buckingham Palast sofort auf die eine andere Weise befriedigt werden muss, noch dazu, wenn es sich nicht um eine Routineuntersuchung handelt, sondern, wie im Fall der Herzogin, um eine regelrechte Einweisung.

Und so wurde die Nachricht von Kate's Schwangerschaft mit einem medizinischen Bulletin verbunden, das die Bevölkerung sofort in einige Aufregung versetzte: Die Herzogin von Cambridge leidet an einer schweren Form von Morgenübelkeit, verbunden mit akutem Erbrechen, was in der Fachwelt als "Hyperemesis gravidarum" bekannt ist.

Dieser Terminus machte sofort die Runde als Bestandteil des Vokabulars, mit dem die Öffentlichkeit sich um das freudige Ereignis scharte, um es aus allen Winkeln und Faltenwürfen zu begutachten und zu kommentieren. "Hyperemesis gravidarum" tritt vor allem im frühen Stadium der Schwangerschaft auf. Frauen müssen sich dann oft übergeben. Folge können Flüssigkeitsmangel und Gewichtsverlust sein. Auch niedriger Blutdruck, Kopfschmerzen, eine erhöhte Herzfrequenz, Lethargie und Verwirrungszustände können vorkommen. Bei betroffenen Frauen kommt es häufiger zu Frühgeburten, die Babys haben oft ein niedriges Geburtsgewicht.

In die Freude um die Schwangerschaft mischt sich daher Sorge um das Kind, und ob es durch die Unfähigkeit der Mutter, Nahrung zu behalten, eventuell in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Doch kamen sofort beruhigende Expertisen aus dem Krankenhaus, wonach solche Befürchtungen unbegründet seien. Die Herzogin brauche jetzt eine Zeit des Ausruhens und werde daher vorerst in Krankenhaus untersucht und versorgt werden.

Und so kommentieren Twitternutzer die frohe Botschaft:

Seit der Hochzeit Ende April 2011 wurde unablässig spekuliert

Über Nachwuchs bei Prinz William und seiner Frau, beide 30 Jahre alt, ist praktisch seit ihrer Hochzeit Ende April 2011 unablässig spekuliert worden, wobei sich etliche Medien den Rang abzulaufen versuchten, die ersten über der Ziellinie zu sein. Am 24. März 2012 wusste zum Beispiel die deutsche TV-Programmillustrierte "a – die aktuelle" auf ihrer Titelseite, neben einem Bild der Herzogin, zu berichten: "Süße Überraschung beim Wiedersehen nach Williams Rückkehr von den Falkland-Inseln. Kate: 'William, du wirst Papa'".

Als Prophetie für den Augenblick lag das Blatt damit ziemlich daneben, wie auch mit der Nachricht, "ganz England" sei im "Kate-Rausch". Doch lässt sich auf lange Sicht hin mit einer solchen Behauptung eine ziemlich sichere Wette abgeben, was sich seit am Montag bestätigt hat, und auch der "Rausch" ist eine durchaus unriskante Vorhersage: Er ist jetzt voll und ganz eingetreten, wenn auch mit einiger Verspätung, und die nationale Agenda Englands kennt in der Tat plötzlich nur ein Thema: Nachwuchs kündigt sich an im Hause Cambridge.

Bei der Thronfolge kommen auch Mädchen an die Reihe

Spekulationen wurden auch deshalb angeheizt, weil sich das Paar mit der Ankündigung der allfälligen Schwangerschaft etwas mehr Zeit gelassen hatte als es zuletzt üblich war nach Hochzeiten unter Royals der unmittelbaren Thronfolge. Königin Elizabeth, die als Prinzessin und Herzogin von Edinburgh im November 1947 geheiratet hatte, kam genau ein Jahr später mit Prinz Charles nieder und dessen erste Ehefrau Diana sogar noch pünktlicher mit ihrem Erstgeborenen, William: Die Hochzeit fand im Juli 1981 statt, die Geburt im Juni des Folgejahres. Das jetzt angekündigte Kind dagegen dürfte im Sommer mehr als zwei Jahre nach der Hochzeit der Eltern das Licht der Welt erblicken.

Angesichts der Tatsache, dass es auf jeden Fall eines Tages den Thron besteigen wird, eine verzeihliche Verzögerung. Denn im Oktober 2011 hat das Königshaus in Absprache mit den fünfzehn Ländern und Territorien, in denen die Queen auch Staatsoberhaupt ist, auf der Commonwealth Konferenz im australischen Perth eine revolutionäre Änderung beschlossen: Bei der Thronfolge werden künftig auch erstgeborenen Mädchen an die Reihe kommen.

Die Regel des so genannten "Primogenitur" sah nämlich bisher vor, das immer erst auf einen männlichen Erben gewartet werden müsse, der dann Thronfolger wurde. So war es zum Beispiel bei der großen Queen Victoria der Fall: Ihr erstes Kind war ein Mädchen, ebenfalls Victoria genannt, das aber übergangen wurde zugunsten ihres jüngeren Bruders Albert Edward, der als König Eduard VII. in die Thronfolge einging.

Nach der Einigung von Perth wird die Herzogin von Cambridge auch mit einem Mädchen der britischen Krone den Nachfolger schenken. Die Monarchie hat auf jeden Fall mit der gestrigen Ankündigung auf lange Jahrzehnte hinweg ausgesorgt.

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