02.12.12

Schauspiel-Flop

Wie Lindsay Lohan beim Comeback als Liz Taylor scheitert

Immer neuer Ärger mit der Polizei und eine desaströse Leistung im neuen Film "Liz und Dick" drängen die 26-Jährige endgültig ins Abseits.

Von Cordula Schmitz
Foto: dapd

Vom Kinderstar zum Problemfall: Lindsay Lohan ist leider öfter wegen ihrer Skandale als wegen ihrer Rollen in den Schlagzeilen.

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Es sollte ihr großes Comeback werden. Nach all den Diebstählen, familiären Streitereien, Unfällen und Auftritten vor Gericht. Rettung vor der Bedeutungslosigkeit, den Alkohol- und Drogenexzessen. Die Rolle als Elizabeth Taylor sei eine große Ehre, sie wolle alles dafür tun, sagte US-Schauspielerin Lindsay Lohan immer wieder.

Dann wurde der Drehbeginn des Filmes verschoben, sie hatte mal wieder Hausarrest. Das ausgerechnet die Rolle als Liz Taylor die Karriere Lohans retten sollte, ist nicht ohne Ironie. Beide sind sich recht ähnlich. Beide waren Kinderstars mit frühem Ruhm, beide neigten zu Exzessen. Der einzige Unterschied: Die Taylor sorgte nicht ausschließlich abseits ihrer Rollen für Schlagzeilen.

Kritiker und Zuschauer, die sich das Epos "Liz und Dick" in den USA anschauen durften, fällten ein vernichtendes Urteil. Lohans Darstellung sei hölzern, teilweise lächerlich, ein Desaster – vor allem dann, wenn es um die dramatischen Szenen geht. Gerade die explosiven Streitereien zwischen Taylor und Ehemann Richard Burton seien grauenhaft. Man könne sich, so hieß es, bei dem Film ins Koma saufen – indem man einfach jedes Mal, wenn Lohan von ihrem gespielten englischen Akzent wieder in den amerikanischen verfalle, einen Schnaps kippe.

Natürlich suchten sich die Filmemacher Lohan nicht nur wegen ihres Talentes aus. Die permanente Befeuerung der Medien durch ihre Skandale und Skandälchen versprach PR frei Haus. Allein das Rätselraten um ihre Präsenz bei den Dreharbeiten ließ den Film dauerhaft in den Schlagzeilen auftauchen, bevor er überhaupt abgedreht war. Passend auch das Gerücht, Lohan habe den unbezahlbaren Wohnwagen, in dem die Taylor während der Dreharbeiten zu "Cleopatra" pausierte, in Brand gesteckt. Es half alles nicht, der Film floppte.

Lindsay reagierte auf das Desaster mit dem Verhalten, für das sie mittlerweile berühmter ist als für ihre Rollen: Sie ging feiern, betrank sich und landete am Ende im Knast. Angeblich kam es um vier Uhr morgens zu einer Schlägerei mit einer Frau im Klub "Avenue" in New York. Lohan habe ihr ins Gesicht geschlagen, weil sie ihr keinen Platz habe machen wollen, hieß es. Aus ihrem Umfeld wurde berichtet, sie leere inzwischen über den Tag ein bis zwei Flaschen Wodka. Am selben Tag wurde gegen sie Anklage in einem anderen Fall erhoben: ein Autounfall in Kalifornien mit Fahrerflucht. Nun droht ein weiterer Gefängnisaufenthalt.

Hinreißende Vorstellung im Alter von zwölf Jahren

Es könnte das bittere Ende einer Karriere werden, die vielversprechend begann. Immerhin versucht Lohan nun bereits seit fünf Jahren ihren Weg zurück in die Branche. Und das mit gerade mal 26 Jahren. Seit ihrem dritten Lebensjahr steht sie vor der Kamera. Ihre überambitionierte Mutter Dina, die selbst eine gescheiterte Karriere als Schauspielerin hinter sich hat, wollte ihren Traum durch ihre älteste Tochter erfüllt sehen. Der Plan ging auf. Mit zwölf Jahren gab Lindsay eine hinreißende Vorstellung ihres Könnens in der Disney-Version von Erich Kästners "Das doppelte Lottchen". Lohan spielte das Zwillingspärchen im Alleingang. Es folgten weitere Filme an der Seite von Jamie Lee Curtis oder der Komödiantin Tina Fey. Allesamt erfolgreiche Filme. Auch ihr Auftritt in Robert Altmans letztem Film "A Prairie Home Companion" als Teenager Lola offenbarte ihr Talent.

Doch dann brach die Fassade des perfekten Teenagers. Alkohol, Drogen, zu viele Partys. Sie erschien häufiger vor Gericht als bei Dreharbeiten. Das Ergebnis bisher: drei spektakuläre Autounfälle, fünf Aufenthalte in einer Entzugsklinik, sechs Aufenthalte im Gefängnis unter anderem wegen Drogendelikten und dem Diebstahl einer Halskette, unzählige Paparazzi-Fotos, die sie in den unmöglichsten Situationen zeigen, etwa wie sie betrunken über die Reling bei einer Yacht-Party fällt. Zwischen diesen Dramen versuchte sie sich als Modedesignerin (Ungaro), zog sich für den "Playboy" aus und startete eine kurzfristig erfolgreiche Karriere als Sängerin.

Dramatisches Familienleben des Lohan-Clans

Gekrönt wird dieses Durcheinander durch ein dramatisches Familienleben des Lohan-Clans. Höhepunkt bisher: Lindsay und ihre Mutter streiten sich um vier Uhr morgens auf der Heimfahrt von einer Party so heftig, dass die Polizei anrückt. Die Schauspielerin bezichtigt ihre Mutter öffentlich des Kokainkonsums. Die sagt zur Presse: "Meine Tochter ist der Teufel." Unappetitlich auch die Episode mit ihrem Vater Michael Lohan. Der ließ sich in einer Talkshow zu einem DNA-Test bewegen, nachdem er 17 Jahre lang die Existenz einer weiteren Tochter aus einer Affäre abgestritten hatte. Tränenreich und peinlich wird der Vater überführt.

Ausgerechnet US-Schauspieler Charlie Sheen, für seinen ausufernden Drogenkonsum und sein selbstzerstörerisches Verhalten bekannt, hat nun der notorisch gegen die Pleite kämpfenden Lohan Geld geliehen: 100.000 Dollar, um ihre Steuerschulden zahlen zu können. Ein guter Ratgeber für ein weniger desaströses Leben ist er sicher nicht.

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