11.11.12

Gossip-Frontfrau

Beth Ditto musste als Kind Missbrauch und Hunger ertragen

Aufgewachsen im Trailer-Park, als Kind missbraucht - Gossip-Frontfrau Beth Ditto beschreibt in ihrer Biografie schockierende Familiendetails

Foto: picture alliance / BREUEL BILD

Die Gossip-Sängerin Beth Ditto ist für viele eine Ikone. Sie ist lesbisch, laut und dick - und sie steht dazu. Schon einige Designer wie Karl Lagerfeld machten die Frau, die mit einem Gewicht von knapp 100 Kilogramm so gar nicht zum Hungerwahn der Modewelt passte, zu ihrer Muse.

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Beth Ditto, die Frontfrau der Band Gossip, scheint auf den ersten Blick so selbstbewusst wie stimmgewaltig. Trotz ihrer Pfunde wirft sich die Sängerin gerne in knappe Outfits, gelegentlich zieht es sie auch nur in Unterwäsche auf die Bühne.

Jetzt hat Ditto mit nur 27 Jahren ihre Biografie veröffentlicht und schockiert darin mit schrecklichen Familiendetails wie Missbrauch, Hunger und Armut. Sie sei vollkommen überrascht gewesen, als man ihr vor vier Jahren anbot, ihre Memoiren zu schreiben. Zuerst habe sie nur gedacht: "Das ist doch verrückt, ich bin erst 27". Die Sängerin erzählt in einem Gespräch mit der Berliner Morgenpost, dass es schwierig für sie war, die Wahrheit zu schreiben: "Ich wollte nicht, dass meine Familie verletzt wird".

Was die Gossip-Frontfrau erzählt, reicht an Schicksalsschlägen im Grunde für mehrere Leben. Als Kind wohnte sie mit vier weiteren Geschwistern mit der alleinerziehenden Mutter in einem Wohnwagenpark in Arkansas. In ihrem Buch schreibt sie: "Wir hatten nie etwas zu essen im Haus. Wir hatten auch kein Telefon, um Hilfe zu rufen, wenn die Not zu groß wurde." Wut gegenüber ihrer Mutter verspüre die Sängerin aber nicht: "Sie hat ihr Bestes gegeben, um mich und meine Geschwister durchzukriegen. Ich bin immer noch so überrascht, dass sie trotz der Umstände so eine gute Mutter sein konnte, die sie bis heute ist."

Als Kind missbraucht

Eines bereitet ihr nach der Veröffentlichung des Buches allerdings Sorgen "Ich finde es interessant, dass man mich immer nach meiner Mutter fragt und nie nach meinem Vater. Niemand will wissen, wo mein Vater während der ganzen Zeit war. Man verurteilt sie viel mehr als ihn." Für sie sei es deshalb sehr viel schwerer damit umzugehen, welchen Eindruck die Menschen durch das Buch von ihrer Mutter bekämen als damit, wie ihre Mutter auf das Buch reagiere.

In ihrem Buch spricht die Gossip-Sängerin erstmals auch ausführlich über ihren Onkel Lee Roy, der sie als Kind missbraucht hat. Über den Mann schreibt sie, dass er seine "perverse Form von Sexualität um sich förmlich verströmte". Sie habe damals niemandem von dem Missbrauch erzählt – weder der Mutter noch dem Vater.

"Mein Vater war damals nicht mehr mit meiner Mutter zusammen und er war auch nicht mein leiblicher Vater, sondern er hat mich als Kind angenommen und mir seinen Namen gegeben. Erst sehr viel später konnte ich erzählen, was Onkel Lee Roy mit mir gemacht hat." Schluss sei mit dem Missbrauch aber erst gewesen, als sie zu Lee Roy sagte: "Du musst aufhören."

Doch trotz ihrer schweren Kindheit, würde die Sängerin auch nachträglich nichts verändern wollen: "Niemals, auch wenn wir als Kinder oft völlig auf uns allein gestellt waren. Wenn wir irgendetwas haben wollten, mussten wir uns selbst darum kümmern. Aber ich habe das Beste daraus gemacht."

Ditto sagt in dem Gespräch mit Morgenpost Online, dass sie ohne diese schwere Zeit heute nicht der Mensch wäre, der sie ist. "Ich wäre vielleicht nicht so kreativ", sagt sie. Nur eines würde sie "nie,nie, niemals tun": zurück nach Arkansas ziehen. Wer sich von der Powerfrau über das Buch hinaus auch akustisch überzeugen will, kann sie mit ihrer Band Gossip am kommenden Sonntag live im Berliner Velodrom sehen.

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