07.08.12

Techno

DJ-Legende Paul van Dyk: "Madonna hätte aufhören sollen"

Vor mehr als 20 Jahren ist er zum ersten Mal in Berlin aufgetreten. Im Interview blickt er zurück - und kritisiert die Queen of Pop.

Foto: DPA
German DJ Paul Van Dyk
DJ Paul Van Dyk - hier bei der Vorstellung seines neustens Albums ,Evolution' Mitte Juli in Mexiko - tritt weltweit auf

Paul van Dyk gilt als einer der besten Discjockeys in Deutschland, für seine Auftritte fliegt er umgerechnet 16-mal im Jahr um den Erdball. 2005 für einen Grammy nominiert, hat der 40-Jährige van Dyk im Studio Liedern von Depeche Mode, Justin Timberlake und Britney Spears seine eigene Note verpasst. Im Interview erklärt der in Berlin aufgewachsene DJ, warum er sich trotz des Erfolgs noch als Teil der einstigen Techno-Subkultur fühlt – und was ihn an der erfolgreichen elektronischen Musik aus den Charts stört.

Morgenpost Online: Ist der Beruf des DJs für Sie eigentlich auch eine sportliche Herausforderung?

Paul van Dyk: Ich bin zumindest immer in Bewegung bei dem, was ich tue.

Morgenpost Online: Ihr Pensum ist jedenfalls sehr sportlich. Sie haben vor einigen Jahren ausgerechnet, dass Sie eineinhalb Monate pro Jahr in einem Flugzeug verbringen. Zudem besitzen Sie angeblich das zweitgrößte Meilenkonto bei der Lufthansa.

Van Dyk: Was die Zeit angeht: Das stimmt. Ich bin wirklich sehr viel in der Luft. Das mit den Lufthansa-Meilen hat sich eventuell geändert, da ich in letzter Zeit auch öfter mit anderen Fluglinien fliege.

Morgenpost Online: Sie werben dafür, bei einer Wahl zum besten DJ der Welt für Sie zu stimmen. Die Wahl haben Sie bereits zweimal gewonnen. Ist das für Sie überhaupt ein richtiger Wettbewerb?

Van Dyk: Natürlich freue ich mich über Zuspruch. Aber generell halte ich es da wie Harrison Ford. Über die Oscars hat er mal gesagt: ,I don't believe in competition in art' (Ich glaube nicht an Wettbewerb in der Kunst, die Red.). Wer kann schon genau sagen, wer jetzt der beste oder der zehntbeste DJ der Welt ist?

Morgenpost Online: Ihr neues Album heißt ,Evolution'. Fühlen Sie sich eigentlich noch als Teil der Technokultur, die sich in kleinen Clubs vor über 20 Jahren entwickelt hat? Mittlerweile haben Sie über drei Millionen Alben verkauft und vor einer Million Menschen in Rio de Janeiro aufgelegt. Sehen Sie heute noch eine Verbindung zu diesen Wurzeln?

Van Dyk: Vor über 20 Jahren habe ich mit DJ-Sets im Berliner Club Tresor begonnen. Aus der Subkultur, die damals entstanden ist, ist mittlerweile die größte Musikkultur der Welt geworden. Das muss man einfach sehen. Daher ist klar: Das ist meine Musik, die Musik, die ich liebe, ich sehe mich als Teil von ihr. Es gibt viele Dinge, die ich dabei gut finde, aber auch einige, die mir nicht so gefallen.

Morgenpost Online: Missfallen hat Ihnen unter anderem eine leichtfertige Bemerkung von Madonna über Drogenkonsum auf einem Elektro-Festival. Sie haben sie deutlich kritisiert. Besteht bei Ihnen kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit mit dem Superstar?

Van Dyk: Ich finde es nicht gut, Drogen zu verherrlichen. Als ich gefragt wurde, habe ich meine Meinung dazu gesagt, dass sie vor einer Menge von Jugendlichen Anspielungen auf Drogenmissbrauch machte. Ich habe früher auch mal einen ihrer Titel geremixt. Generell ist es so, dass ich nur mit Leuten zusammenarbeite, die mich begeistern. Und das tut Madonna momentan nicht. Ich finde sie hätte einfach nach ihrem guten ,Ray of Light'-Album aus dem Jahr 1998 aufhören sollen.

Quelle: dpa
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Eurovision Song Contest - Grand Final
18.05.13Live-Ticker
"Und die 12 Punkte gehen an..."

Alle Lieder sind gesungen, alle Urteile gefällt. Jetzt wird im schwedischen Malmö abgerechnet. Deutschland fiebert mit: Cascada scheint allerdings mit dem Ausgang des ESC nichts zu tun zu haben. mehr...

Die Norwegerin Margaret Berger gilt als Favorit
17.05.13ESC 2013
Eurovision Song Contest - Stimmen Sie für Ihren Favoriten

Am Sonnabend tritt Cascada mit ihrem Dance-Song "Glorious" für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Malmö an. Bei den Buchmachern stehen aber Dänemark und Norwegen ganz vorn. mehr...


Madleen Borngräber leidet an einer seltenen Krankheit
18.05.13Krebs-Gen wie Angelina Jolie
Warum sich eine Berliner Studentin die Brüste amputieren ließ

Madleen Borngräber (25) trägt das Krebs-Gen in sich. Deshalb ließ sie sich vorsorglich die Brüste entfernen. Genau wie Schauspielerin Angelina Jolie, die vor kurzem damit an die Öffentlichkeit ging. mehr...


Tod im Badeparadies: Ein 15-Jähriger starb in „Tropical Island“
18.05.13Badeunfall
15-Jähriger stirbt beim Baden im Freizeitparadies "Tropical Islands"

Im Freizeitbad "Tropical Islands" ist ein Jugendlicher leblos im Wasser gefunden worden. Der Junge wurde noch in eine Klinik gebracht. Doch alle Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
Parlament Bundestag debattiert über Atommüllendlager
Cannes Emma Watson spielt Kriminelle in Coppolas Film
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großeinsatz

Feuer in Berliner Autowaschanlage

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote