Scheidung
Kein Happy End für TomKat - Katie Holmes emanzipiert sich
Befreiungsschlag? Katie Holmes will sich von Tom Cruise scheiden lassen. Es heißt, die Sorge um die Tochter Suri habe den Ausschlag gegeben.
Endlich. Katie Holmes hat die Scheidung eingereicht. Damit ist eine der seltsamsten Beziehungen Hollywoods nach sieben Jahren vorbei. Offiziell zumindest. Denn so richtig geglaubt hat ohnehin kaum jemand an diese zuletzt mit immer weniger Mühe zur Schau gestellte Liebe zwischen den beiden Schauspielern. Tom Cruise ist ein großartiger Darsteller, die Rolle des Ehemanns jedoch will ihm nicht glücken. Schon zum dritten Mal.
Als "TomKat", eine Verschmelzung beider Vornamen, so wollten Tom Cruise und Katie Holmes gern gesehen werden. Jahrelang konnte man kaum Bilder von den beiden machen, ohne dass sie sich umarmten. Dazu kamen die rührenden Familienbilder: die 33-jährige Katie und die sechsjährige Suri, im Partnerlook shoppend in Manhattan. Suri mit Schminke, Suri mit Handtäschchen, Suri mit Schmollmund. Suri galt schon mit vier Jahren als süße Trendsetterin. Als ihre Eltern 2007 zu Dreharbeiten nach Berlin kamen, da drehte die Presse schier durch vor Glück über das Jetset-Püppchen.
Szenen einer Bilderbuch-Ehe
Allerdings deuteten schon die ersten Monate TomKat darauf hin, dass eine Beziehung zu dem Megastar für die 33-jährige Katie Holmes eher "Cruise-Control" war. Allein der erste gemeinsame Auftritt bei Oprah Winfrey im Mai 2005, der als Sofa-Zwischenfall in die Geschichte eingehen sollte. Ein total aufgeputschter Tom Cruise hatte es da keine Sekunde sitzend neben der US-Talkmasterin ausgehalten. Ständig sprang er auf, streckte die Arme in die Luft, hüpfte aufs Sofa oder kniete in Siegerpose nieder. Zwischendurch attackierte er Winfrey. Er war wie ein junger Hund, der von der Leine gelassen worden ist. "So empfinde ich für sie", sagt er mit einem weggetretenen Strahlen. "Ich bin verliebt." Zum Schluss wurde eine leicht überforderte Katie Holmes ins Bild gezogen und geküsst. Die Welt war begeistert. Wenn man seine Liebe öffentlich leben will, gibt es keine bessere Wahl als Oprah.
Das Drehbuch für TomKat, es hätte ein Lehrbuch für drittklassige Liebesfilme sein können. Erstes Date? Sushi in seinem Privatjet. Heiratsantrag? Zwei Monate nach dem ersten Kuss in Paris auf dem Eiffelturm. Hochzeit? In einem alten, italienischen Schloss, mit Gästen wie seinem Glaubensbruder John Travolta oder Hollywood-Vorzeigepaaren wie Will und Jada Pinkett Smith. Und natürlich einem Brautkleid von Armani. Cruise und Holmes wurden übrigens nach dem Ritus der Scientologen verheiratet, deren Posterboy Tom Cruise seit 1986 ist und denen Holmes, eine Katholikin, aus Liebe auch beigetreten ist.
Tom Cruise' Beziehung zu Katie Holmes hielten viele allerdings auch schon von Anfang an für eine PR-Idee, kreiert, um die Gerüchte zu ersticken, dass sich Tom Cruise generell nicht für Frauen interessiere. Aber dann begeisterte man sich eben doch für all die schönen Bilder dieser schönen Familie.
Am 3. Juli wird Tom Cruise 50 Jahre alt, dann wird er über die Hälfte seines Lebens vor der Kamera verbracht haben. Cruise dreht einen Erfolgsfilm nach dem anderen. Im April, zum sechsten Geburtstag der gemeinsamen Tochter Suri, hatte Katie Holmes noch erklärt, es werde keine weiteren Kinder mehr geben. "Tom ist ständig am Set." Und damit keiner denke, sie bedauere das, fügte sie hinzu: "Er ist toll. Er hat so viel Energie." Allerdings scheint er die vor allem für seinen Beruf und seine Mission aufzuwenden. Cruise' Begeisterung für die Scientologen hat ihm immer wieder Kritik eingebracht.
Die Organisation ist berühmt für die Kontrolle ihrer Anhänger, und genau die soll der Schauspieler auch bei seinen bisherigen Beziehungen übertrieben haben. 2001 war die elfjährige Ehe (seine zweite übrigens) zwischen ihm und der australischen Schauspielerin Nicole Kidman zu Ende. Schon damals hieß es, sie hätte seinen Fanatismus nicht mehr ertragen. Vor der Hochzeit mit Katie Holmes im November 2006 gab es Gerüchte, Tom ließe jedes Drehbuch, das ihr angeboten würde, von einem scientologischen Beirat überprüfen. Zu dem Zeitpunkt hatte Katie Holmes zwar bereits ein paar üble Klischeerollen hinter sich, aber sie hatte auch bewiesen, dass sie schauspielern kann.
In einer Nebenrolle in Ang Lees Drama "Der Eissturm" (1997) zum Beispiel, oder in der Hauptrolle in "Ein Tag mit April Burns" (2003), wo sie ein Punk-Mädchen spielt, das etwas verzweifelt versucht, Thanksgiving für ihre Familie auszurichten. Aber einer Karriere in anspruchsvolleren Filmen scheint Cruise ein Ende gesetzt zu haben. Man fragt sich, ob er bei sich genauso streng war. In dem Episodenfilm "Magnolia" (1999) spielt er immerhin eine seiner besten Charakterrollen: Frank T. J. Mackey, einen von sich selbst besessenen Sekten-Guru.
Jetzt scheint Holmes die Kätchenfrage gestellt zu haben. Das, so sagen Gerüchte, soll der Grund für die Trennung sein: Suri soll dem Einfluss von Scientology entzogen werden. Denn in ihre kleine Prinzessinen-Tochter ist Katie Holmes geradezu fanatisch verliebt. "Suri ist so besonders", sagte Holmes vor Kurzem. "Wir wollen ihr Flügel verleihen." Doch als sie "wir" sagte, meinte sie wohl eher "ich": Denn Holmes hat jetzt das alleinige Sorgerecht beantragt, und damit sie es auch bekommt, hat sie die Scheidung in New York eingereicht. Dort entschieden die Richter eher für die Mütter, heißt es.















