15.06.12

Eigene Partei

Gotthilf Fischer will Bushido die Wähler "wegschunkeln"

Nicht nur Rapper Bushido will eine Partei gründen, der Chef der Fischer-Chöre plant die Singende Volkspartei (SVP).

Foto: DAPD
Siegesgewisser Chorleiter
Gotthilf Fischer will die Singende Volkspartei (SVP) gründen

Dirigent und Komponist Gotthilf Fischer (84) will wie der Berliner Rapper Bushido Politiker werden. "Ich kämpfe für das deutsche Lied", sagte er am Freitag in Stuttgart.

Anders als Bushido (33), der am Donnerstag als Ziel Regierender Bürgermeister von Berlin ausgerufen hatte, zieht es Fischer in die Bundespolitik. Er will die Singende Volkspartei (SVP) gründen und mit dieser gegen die geplante Partei des Rappers antreten. "Was Bushido kann, das kann ich schon lange", sagte der Musiker in der "Bild"-Zeitung. "Diesem Typen schunkel ich die Wähler weg! Ich habe schon Tausende Mitstreiter gefunden, die bei mir mitmachen wollen. Unser Partei-Slogan lautet: 'Wir haben ein Recht auf Freude!'"

Mit seinen "Schunkel-Piraten" will Fischer sich vor allem um die Interessen von Senioren kümmern und damit bei der nächsten Bundestagswahl Wähler auf seine Seite ziehen. "Wir wollen 2013 die Fünf-Prozent-Hürde knacken und in den Bundestag einziehen."

Neben dem Wahlversprechen, jede Sitzung mit einem "gemeinsam gesungenen Volkslied" zu beginnen, spielt die Musik auch im Parteiprogramm eine große Rolle. So fordert die SVP Volksmusik als Schulfach, Musik-Therapien für chronisch Kranke sowie eine Rentner-Quote in deutschen Unternehmen. Dass die Partei gegen Bushido eine Chance hat, steht für den 84-Jährigen außer Frage. "Wir Alten haben mehr Power als Bushido und seine chaotischen Rapper-Freunde."

Seit Jahren hege er entsprechende Pläne, sagte der Leiter der Fischer-Chöre. "Es geht darum, dass das Singen vernachlässigt wird. Es geht so weit, dass die deutsche Sprache in der Musik kaputt gemacht wird", erklärte er mit Blick auf viele englischsprachige Titel. Fischer will den etablierten Parteien übrigens keine Konkurrenz machen und Mitglieder abwerben: "Das soll eine Überpartei werden, so dass jeder aus anderen Parteien teilnehmen kann."

Quelle: dpa/sei
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