Überfall vereitelt
Achtjähriger Karatekämpfer verprügelt Erwachsenen
Es war alles ganz anders: Nicht eine Karate-Kämpferin schlug den mutmaßlichen Vergewaltiger in die Flucht – sondern ihr achtjähriger Sohn. Wie seine Mutter trainiert er den Kampfsport, der nur in Notfällen außerhalb der Sporthalle angewandt werden darf. Der Junge gilt in Sportlerkreisen nun als großes Talent.
Von Katja Mitic
"Er ist eigentlich ein lieber Kerl und wirklich friedlich", sagte sein Trainer Mustafa Kamel vom SGL Langenfeld (Nordrhein-Westfalen) Morgenpost Online über seinen jungen Schüler. Seit drei Jahren trainiert der Junge wie seine Mutter drei Mal die Woche bei ihm Goju-Riu, eine Stilrichtung der Kampfkunst.
Dass sich der kleine Kämpfer dermaßen wehren musste, überrascht den Trainer, der mehr als 80 Kinder ab vier Jahre und auch Erwachsene in dem Verein betreut. "Ich bringe allen Schülern bei, dass Karate nur im Notfall angewandt werden darf." Deshalb muss nach Kamels Ansicht in den Büschen am Parkplatz des Vereines wirklich etwas Ernstes passiert.
Die Polizei hatte gestern gemeldet, dass die 42-jährige Mutter des Jungen von einem Sextäter nach dem Karate-Training am Sonntag auf einem Parkplatz überfallen, in die Büsche gezogen und dort zu Boden geworfen wurde. Danach sollte sie laut Polizei den Täter mit einem gezielten Hieb ins Zwerchfell und Fußtritten zwischen die Beine dermaßen zugesetzt haben, dass der lädierte Angreifer sich nur mit Mühe zu seinem Motorroller habe retten können. Nun meldet die Polizei, dass ein Achtjähriger den 1,70 Meter großen Mann in die Flucht schlug, nach dem ihn dieser von hinten angegriffen hatte.
"Wir wissen nicht, was genau die Absicht des Mannes war, als er den Jungen überfiel", sagte der Sprecher der Polizei Langenfeld Morgenpost Online. Weder Raub noch sexuelle Hindergründe könnten ausgeschlossen werden. Die Falschmeldung sei aufgeklärt worden, nachdem die Beamten noch einmal mit der Frau gesprochen hätten. "Sie hat sich bei der Polizei überhaupt nur deshalb gemeldet, um andere Eltern davor zu warnen, was auf dem Parkplatz passieren kann." Der Mann ist weiterhin auf der Flucht, Zeugen wurden bereits aufgerufen, sich zu melden.
Durch seinen Einsatz ist der kleine Schüler jetzt schon in Vereinskreisen berühmt geworden. Der Vorfall zeige, dass der Junge die Chance hat, ein großer Karate-Kämpfer zu werden, mein Trainer Kamel. "Den Biss und die Kraft dafür hat er."
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