Klimakatastrophe
Wetterdienst sagt Dürre in Deutschland vorher
Mittwoch, 25. Februar 2009 09:42Die Klimaerwärmung wird Deutschland stärker verändern als bisher angenommen: So warnt der Deutsche Wetterdienst in einer neuen Prognose unter anderem vor langen Dürren im Sommer und Hochwasser im Winter. Etliche Branchen wie der Tourismus in Skigebieten sind langfristig sogar existenziell bedroht.
Dürren im Sommer und Hochwasser im Winter: Nach langfristigen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) muss sich Deutschland in den kommenden 100 Jahren auf erhebliche Klimaveränderungen einstellen. Wärme- und Hitzeperioden könnten in Teilen der Bundesrepublik zum Dauerzustand werden. Bis 2050 soll die jährliche Durchschnittstemperatur im Vergleich zur Klimaperiode von 1971 bis 2000 voraussichtlich zwischen 0,5 und 2,0 Grad Celsius zunehmen. Bis 2100 müsse mit einer Erwärmung von bis zu vier Grad gerechnet werden. In den vergangenen 100 Jahren war das Jahresmittel weltweit um 0,7, in Deutschland um 0,9 Grad gestiegen.
Besonders starke Zunahmen erwarten die Meteorologen auch für Teile von
Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Nicht ganz so extrem soll die Erwärmung in
Küstennähe und im Bergland ausfallen. Dort nimmt die Zahl der heißen Tage
bis 2100 laut der Analyse um zwei bis zehn zu. Die Auswirkungen der globalen
Erwärmung werden auch bereits Bundesbürger zu spüren bekommen, die heute im
Erwachsenenalter sind. Bis 2050 rechnen die Experten für Teile
Süddeutschlands sowie Sachsen-Anhalts und Brandenburgs mit bis zu 27
zusätzlichen Sommer- und weiteren 15 heißen Tagen.
Der Prognose liegt laut DWD ein Modell zugrunde, in dem die Weltbevölkerung nach einem Höchststand wieder abnimmt, sich die wirtschaftliche Entwicklung global annähert und erneuerbare Energien bedeutend, aber nicht dominant werden. Dass die Erwärmung in Deutschland über dem globalen Durchschnitt liegt, erklärten die Meteorologen mit der größeren Nähe zum Nordpol als zum Äquator. An den Polen wirke sich der Klimawandel grundsätzlich stärker aus. Das veränderte Klima wird nach Erwartung des DWD den Alltag der Menschen grundlegend beeinflussen. Die Bürger werden sich laut Becker während der wesentlich häufigeren Hitzeperioden zunehmend in Gebäuden aufhalten. Der DWD wolle daher sein Hitzewarnsystem um Vorhersagen für die Wärmebelastung in Innenräumen erweitern. Dabei sollten verschiedene Bautypen zusammengefasst werden. So habe sich zum Beispiel gezeigt, dass es in Geschossbauten aus den 70er-Jahren besonders warm werde.
Der Klimawandel wird sich der Analyse zufolge auch auf den künftigen Energieverbrauch auswirken. Durch die steigenden Temperaturen werde der Bedarf an Heizenergie bundesweit abnehmen, die Folge: sinkende Kosten.
Die Winter in Deutschland werden nach den Wetterprognosen künftig deutlich milder ausfallen als heute. Das kann allerdings überdurchschnittliche Niederschlagsmengen auslösen, die Bäche und Flüsse bis zur Hochwassergrenze anschwellen lassen. Mildere Winter können auch schwere Stürme wie den Orkan „Kyrill“ mit sich bringen, der im Januar 2007 über Deutschland fegte und 13 Todesopfer forderte.ddp/dpa/kami
Erschienen am 15.04.2008
















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