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Flugzeugunglück von Madrid

Vierköpfige Familie aus Pullach vermutlich tot

In der Unglücksmaschine von Madrid hat sich auch eine vierköpfige Familie aus Pullach bei München befunden. In der Stadt beginnt das bange Warten, ob es sich tatsächlich um die Nachbarn, Kinder und Enkel handelt. Jetzt hat das Auswärtige Amt Hinweise aus Madrid erhalten, dass die Familie nicht mehr lebt.

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Bremsspur
Foto: DPA

Der Nachbar im Münchner Vorort Pullach schüttelt entsetzt den Kopf. „Das waren so liebe Kinder. Ich kann das nicht glauben, wenn das wahr sein sollte“, sagte er. Noch ist nicht ganz gewiss, ob die vierköpfige Familie M. tatsächlich in der am Mittwoch in Madrid verunglückten Spanair-Maschine saß. Doch spricht inzwischen sehr viel dafür. Ein Sprecher des Landeskriminalamts bestätigte am Donnerstag, dass die Eltern und ihre beiden Buben, die fünf und acht Jahre alt sein sollen, auf der Passagierliste standen. Und ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte: „Wir haben von den spanischen Behörden Hinweise auf vier Deutsche unter den Toten.“

Die Großeltern, die mit in dem idyllischen weißen Haus mit Vorgarten wohnen, haben seit dem Absturz am Flughafen der spanischen Hauptstadt offenbar noch kein Lebenszeichen von ihren Angehörigen erhalten. Eine Frau hat erst von Pressevertretern erfahren, dass es sich bei der Familie um ihre unmittelbaren Nachbarn handeln soll. „Ich sollte auf das Haus aufpassen, während die Familie im Urlaub ist“, sagte sie und zeigte sich zutiefst schockiert. Ihren Angaben nach sollten die Großeltern der Familie nach Spanien nachreisen.

Währenddessen machten sich LKA-Experten im Haus in Pullach daran, DNA-Material sicherzustellen. Viele der 153 Todesopfer der Flugzeugkatastrophe sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, die Identifizierung gestaltet sich schwierig. Erst 37 Personen wurden nach Angaben des Forensischen Instituts Madrid bislang identifiziert.

Und so sammeln die Ermittler Vergleichs-DNA von Zahnbürsten, Zigarettenstummeln oder Kämmen, wie ein LKA-Sprecher erklärte. Aus dem gewonnen Material würden Zahlenformeln ermittelt, die dann über das Bundeskriminalamt (BKA) an die spanischen Behörden weitergegeben werden. Es könne aber Tage dauern, bis konkrete Ergebnisse vorlägen, betonte der Sprecher. Ob die Familie aus Pullach den Flug tatsächlich angetreten hat und sich unter den Todesopfern oder den Schwerverletzten befindet, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Beim Start vom Madrider Flughafen Barajas am Mittwochnachmittag war die Spanair-Maschine kurz nach dem Abheben zu Boden gestürzt und in Flammen aufgegangen. Kurz zuvor soll das linke Triebwerk gebrannt haben. Zuvor war ein erster Startversuch bereits wegen einer technischen Panne abgebrochen worden.

19 Passagiere haben das Unglück jüngsten Angaben zufolge schwer verletzt überlebt. Sie werden in Madrider Krankenhäusern behandelt. Unter ihnen befinden sich laut der Onlineausgabe der Tageszeitung „El País“ drei Kinder im Alter von sechs, acht und zwölf Jahren. Eine Patientin konnte bislang nicht identifiziert werden.

Auch deutsche BKA-Experten wollten zur Unterstützung der Einsatzkräfte nach Spanien reisen. Deutschland habe eine Entsendung von Fachleuten angeboten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Nach BKA-Angaben sollte ein Beraterteam, das auf die Identifizierung von Unglücksopfern spezialisiert ist, im Verlauf des Donnerstags nach Madrid aufbrechen.



Erschienen am 21.08.2008

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