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Kriminalität

Polizist soll drei Banken überfallen haben

Er sollte Räuber fangen, doch dann er wurde selbst zu einem Dieb: Ein Bremer Polizist wird verdächtigt, drei Banken überfallen zu haben. Trotz seiner Erfahrung als Kripo-Beamter machte der 55-Jährige dabei auch noch absolute Anfängerfehler. Und auch seine Beute fällt eher mager aus – gerade einmal 2000 Euro.

Ein auf Raubdelikte spezialisierter Kripo-Beamter soll eine Bank in Bremen überfallen und 2.000 Euro erbeutet haben. Zwei weitere Überfälle soll der seit 35 Jahren im Polizeidienst stehende Beamte versucht haben. Insgesamt seien DNA-Spuren des für Raub- und Erpressungsdelikte zuständigen Polizisten an zwei Tatorten gefunden worden, erklärte der Leiter der Bremer Kriminalpolizei, Holger Münch.

Motiv sei unter anderem Geldnot gewesen. Er lebte über seine Verhältnisse“, informierte ein Sprecher über das Motiv. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen.

Der 55-Jährige sei bislang unauffällig gewesen, sagte Münch. Es gebe auch Anzeichen für eine Alkoholkrankheit. Die Gesamtbeute habe 2.000 Euro betragen. Der 55-Jährige äußere sich nicht zu den Vorwürfen. Ob er weitere Taten verübt habe, sei offen. Man habe dafür bislang keine Hinweise.

Obwohl der Mann selbst im Kommissariat für Raub- und Erpressungsdelikte tätig war, habe er bei seinen Taten „Anfängerfehler“ begangen, sagte der Polizeisprecher. Demnach überfiel der Mann kleine Bankfilialen in seinem Wohnumfeld – wo nicht viel Bargeld verfügbar sei und die Gefahr bestehe, erkannt zu werden – und entledigte sich zudem jeweils auf der Flucht eines Teils seiner Kleidung. Daran gefundene DNA-Spuren überführten ihn als mutmaßlichen Täter.

So waren laut Münch die Ermittler durch eine Zeugin auf ihren Kollegen aufmerksam geworden, der nach den Taten stets mit dem Fahrrad geflohen sein soll. Die Zeugin wolle den Mann nahe einer Bank im niedersächsischen Stuhr erkannt haben, die er überfallen wollte. Der selbst in dem Ort lebende Polizist habe die Bank dafür am 16. Juli dieses Jahres maskiert und mit einem Regenponcho bekleidet betreten, aber auf dem Absatz kehrt gemacht.

Wohnungsdurchsuchung vergangenen Freitag

Diese Aussage habe zur Vernehmung des Beamten und zur Durchsuchung seiner Wohnung und seiner Diensträume am vergangenen Freitag geführt, sagte Münch. Ein DNA-Abgleich mit nach anderen Überfällen gefundenen Spuren habe am Montag die Verbindung zu zwei weiteren Taten hergestellt. Die Spuren waren an nahe den Banken weggeworfenen Kleidungsstücken gesichert worden.

Danach soll der verheiratete Familienvater auch für einen versuchten Raub in Stuhr im August 2007 verantwortlich sein. Nach damaligen Polizeiangaben hatte ihm der Kassierer einer Bankfiliale trotz Drohung mit einer Pistole kein Bargeld ausgehändigt. Am 21. Juli dieses Jahres überfiel er demnach eine Bank im Bremer Süden und erbeutete mit Waffengewalt 2.000 Euro Beute.

Einen Teil des Geldes, von dem manche Scheine gekennzeichnet waren, entdeckten die Ermittler bei einem Rentner. Dieser war im Juni in Bremen Opfer eines versuchten Raubüberfalls geworden, nachdem er 3.000 Euro an einem Bankautomaten abgehoben hatte. Der jetzt beschuldigte Polizist hatte den Fall bearbeitet und sich von dem Rentner 2.000 Euro geben lassen, angeblich um sie auf Spuren des Täters untersuchen zu lassen.

Überfall, um Schulden zu bezahlen?

1.000 Euro habe er dem Rentner bald zurückgegeben, sagte Münch. Die Rückgabe des restlichen Geldes habe er immer wieder hinausgezögert, sodass sich der Rentner am 18. Juli bei der Polizei beschwerte. Am 21. Juli habe er dann sein Geld bekommen, darunter markierte Scheine aus dem Überfall am selben Tag.

Man könne spekulieren, dass der 55-Jährige die Bank überfallen habe, um die Schuld zu begleichen, kommentierte Polizeipräsident Eckhard Mordhorst. Der Beamte habe am vergangenen Wochenende einen Zusammenbruch erlitten und sei im Krankenhaus. Er sei vom Dienst suspendiert worden. Ein Disziplinarverfahren laufe.dpa/ap/kami

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