Kriminalität
Polizist soll drei Banken überfallen haben
Dienstag, 5. August 2008 21:22Er sollte Räuber fangen, doch dann er wurde selbst zu einem Dieb: Ein Bremer Polizist wird verdächtigt, drei Banken überfallen zu haben. Trotz seiner Erfahrung als Kripo-Beamter machte der 55-Jährige dabei auch noch absolute Anfängerfehler. Und auch seine Beute fällt eher mager aus – gerade einmal 2000 Euro.
Ein auf Raubdelikte spezialisierter Kripo-Beamter soll eine Bank in Bremen
überfallen und 2.000 Euro erbeutet haben. Zwei weitere Überfälle soll der
seit 35 Jahren im Polizeidienst stehende Beamte versucht haben. Insgesamt
seien DNA-Spuren des für Raub- und Erpressungsdelikte zuständigen Polizisten
an zwei Tatorten gefunden worden, erklärte der Leiter der Bremer
Kriminalpolizei, Holger Münch.
Motiv sei unter anderem
Geldnot gewesen. Er lebte über seine Verhältnisse“, informierte ein Sprecher
über das Motiv. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen.
Obwohl der Mann selbst im Kommissariat für Raub- und Erpressungsdelikte
tätig war, habe er bei seinen Taten „Anfängerfehler“ begangen, sagte der
Polizeisprecher. Demnach überfiel der Mann kleine Bankfilialen in seinem
Wohnumfeld – wo nicht viel Bargeld verfügbar sei und die Gefahr bestehe,
erkannt zu werden – und entledigte sich zudem jeweils auf der Flucht eines
Teils seiner Kleidung. Daran gefundene DNA-Spuren überführten ihn als
mutmaßlichen Täter.
So waren laut Münch die Ermittler
durch eine Zeugin auf ihren Kollegen aufmerksam geworden, der nach den Taten
stets mit dem Fahrrad geflohen sein soll. Die Zeugin wolle den Mann nahe
einer Bank im niedersächsischen Stuhr erkannt haben, die er überfallen
wollte. Der selbst in dem Ort lebende Polizist habe die Bank dafür am 16.
Juli dieses Jahres maskiert und mit einem Regenponcho bekleidet betreten,
aber auf dem Absatz kehrt gemacht.
Wohnungsdurchsuchung vergangenen Freitag
Diese Aussage habe zur Vernehmung des Beamten und zur Durchsuchung seiner
Wohnung und seiner Diensträume am vergangenen Freitag geführt, sagte Münch.
Ein DNA-Abgleich mit nach anderen Überfällen gefundenen Spuren habe am
Montag die Verbindung zu zwei weiteren Taten hergestellt. Die Spuren waren
an nahe den Banken weggeworfenen Kleidungsstücken gesichert worden.
Danach
soll der verheiratete Familienvater auch für einen versuchten Raub in Stuhr
im August 2007 verantwortlich sein. Nach damaligen Polizeiangaben hatte ihm
der Kassierer einer Bankfiliale trotz Drohung mit einer Pistole kein Bargeld
ausgehändigt. Am 21. Juli dieses Jahres überfiel er demnach eine Bank im
Bremer Süden und erbeutete mit Waffengewalt 2.000 Euro Beute.
Einen
Teil des Geldes, von dem manche Scheine gekennzeichnet waren, entdeckten die
Ermittler bei einem Rentner. Dieser war im Juni in Bremen Opfer eines
versuchten Raubüberfalls geworden, nachdem er 3.000 Euro an einem
Bankautomaten abgehoben hatte. Der jetzt beschuldigte Polizist hatte den
Fall bearbeitet und sich von dem Rentner 2.000 Euro geben lassen, angeblich
um sie auf Spuren des Täters untersuchen zu lassen.
Überfall, um Schulden zu bezahlen?
1.000 Euro habe er dem Rentner bald zurückgegeben, sagte Münch. Die Rückgabe
des restlichen Geldes habe er immer wieder hinausgezögert, sodass sich der
Rentner am 18. Juli bei der Polizei beschwerte. Am 21. Juli habe er dann
sein Geld bekommen, darunter markierte Scheine aus dem Überfall am selben
Tag.
















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