15.07.08

"Zieht euch warm an"

Zugspitzen-Läufer ignorierten Warnhinweise

Zwei Tage nach dem Tod zweier Sportler bei dem Berglauf auf die Zugspitze kommen neue Details des Dramas ans Licht: Augenzeugen bestätigen, dass sie beim Start auf das schlechte Wetter hingewiesen worden seien. Die Läufer haben dies wohl ignoriert – und liefen mit kurzen Hosen in den Schnee.

Beim anderen Läufer sei die Todesursache nicht endgültig bestimmt worden, es habe aber keine Anzeichen gegeben, dass ihn eine Vorerkrankung wie ein Herzklappenfehler das Leben gekostet haben könnte, wie Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl erklärte. Gänzlich ausschließen ließen sich Vorerkrankungen aber trotz der Obduktionen nicht, es sei nicht explizit nach ihnen gesucht worden.


Die Untersuchung des Unglücks, bei dem zwei Männer im Alter von 41 und 45 Jahren im Schneetreiben kurz unter dem Zugspitzgipfel zusammengebrochen und gestorben waren, dauere derzeit noch an, sagte Hödl. Noch sei unklar, ob es zu einem Ermittlungsverfahren gegen den Veranstalter oder auch andere kommen werde. Zu Details der Untersuchung wollte er keine Angaben machen.


Dabei geht es unter anderem darum, ob die Läufer auf das schlechte Wetter hingewiesen wurden. Dies soll nach Aussage mehrerer Teilnehmer der Fall gewesen sein.


Läufer Stefan Semerias sagte dem Fernsehsender N24, dass auf einem Zettel an der Startnummernausgabe auf das Wetter hingewiesen worden sei. Als letzter Satz und doppelt unterstrichen habe dort "Zieht euch warm an" gestanden.

Wer sich dann mit kurzer Laufkleidung in solche Höhen wage, trage auch einen Teil eigene Verantwortung. Viele Läufer seien auch mit falschem Schuhwerk unterwegs gewesen, das eher für die Stadt als für den Berg geeignet gewesen wäre, sagte er.


Der Veranstalter des Berglaufes, die Garmisch-Partenkirchener getgoing GmbH, erklärte auf ihrer Homepage, dass die laufenden Untersuchungen noch keine Stellungnahme zuließen und verwies an die Münchner Staatsanwaltschaft. "Wir möchten es jedoch nicht versäumen, an dieser Stelle unser tiefstes Bedauern und unsere persönliche Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen", heißt es auf der Seite weiter.


Am Sonntag war ein Extremberglauf auf die Zugspitze über 16,1 Kilometer und rund 2.000 Höhenmeter im Schneetreiben und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zur Katastrophe geworden. Zwei Männer starben, sechs weiter Sportler wurden mit Unterkühlungen ins Krankenhaus eingeliefert, konnten aber am Montag wieder entlassen werden.

Quelle: ap/dpa/ddp/kami
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