Wetter
Der Sommer wird warm, aber nicht superheiß
Donnerstag, 30. Oktober 2008 09:13 - Von Wolfgang W. MerkelEs gibt gute Nachrichten: Meteorologen glauben, es wird einen schönen Sommer geben. Viel Sonne, aber keine erdrückende Hitze. Vor allen in einem Monat hat Petrus offenbar gute Laune. Gedacht sind solche Wettervorhersagen jedoch nicht für Urlaubsplanungen, sondern in erster Linie für die Wirtschaft.

Ob der Sommer ein Super- oder Jahrhundertsommer wird, kann man noch nicht sagen. Aber er wird vermutlich etwas wärmer ausfallen als das langjährige Mittel, sagen Meteorologen voraus. Seit einigen Monaten veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst (DWD) Vorhersagen für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten. Sie basieren auf dem Wettermodell des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) im englischen Reading.
Heraus kommt keine Wettervorhersage, sondern ein Witterungstrend, also eine Temperaturtendenz für einzelne Monate und die Jahreszeit, und das für die vier deutschen Regionen Nord, Süd, Ost und West. „Wir differenzieren in drei Klassen: Temperatur etwa wie im langjährigen Mittel, deutlich wärmer und deutlich kälter“, sagt DWD-Meteorologe Paul Becker. „Langjähriges Mittel“ bedeutet nach internationalen Standards die „Normalperiode“ 1961 bis 1990. Die Berechnungen im EZMW kommen zu dem Ergebnis: Der Sommer wird mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 60 Prozent wärmer als die Normalperiode ausfallen.
Modellläufe weisen auf überdurchschnittliche Wärme hin
Am deutlichsten weisen die 41 Modellläufe des EZMW auf überdurchschnittliche Wärme im August. Nicht auszuschließen sind Schwankungen innerhalb der Monate. Sollte etwa der Juni insgesamt warm werden, könne es durchaus sein, dass eine mehrtägige Periode kühl ausfällt, was durch eine Hitzeperiode mehr als wettgemacht wird. Auch Niederschlagsmodelle laufen über die Rechner. „Doch die Prognosen sind erheblich problematischer“, sagt Paul Becker. Das DWD veröffentlicht sie deshalb noch nicht.
Auch wenn Jahreszeitenvorhersagen auf ein breites Interesse stoßen – gedacht
sind sie nicht für Urlaubsplanungen, sondern in erster Linie für die
Wirtschaft. Vor allem Energieversorger beziehen sie in ihre Planungen ein,
etwa bei Abschätzungen, wie hoch der Gas- und Ölverbrauch sein wird oder der
Strombedarf für Klimaanlagen. Aber auch Verkehrs- und Logistikunternehmen,
für die Getränke-, Bekleidungs- und Lebensmittelindustrie orientieren sich
daran.
Erschienen am 16.05.2008
















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