Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
18.02.12

"Costa Concordia"

Kapitän Schettino und die Kokain-Spur in seinem Haar

Das Drogenrätsel des "Concordia"-Kapitäns: Francesco Schettino hatte zwar kein Kokain im Blut, aber an den Haaren. Wie es dorthin kam, ist unklar.

© REUTERS
Francesco Schettino
Der Kapitän der verunglückten "Costa Concordia": Francesco Schettino

Der Kapitän des gekenterten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" stand bei dem Unfall einer Untersuchung zufolge nicht unter Drogen. Doch an seinem Haar fanden sich äußerlich winzige Spuren von Kokain. Das gehe aus dem Untersuchungsbericht der katholischen Universität Rom hervor, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Die Experten hatten für die Ermittler Haare und Urin Francesco Schettinos analysiert. Die Kokain-Spuren am äußeren Haar des Kapitäns seien fast nicht wahrnehmbar und stammten möglicherweise von einer Berührung durch jemanden, der mit Drogen hantiert hatte, heißt es.

Die Verbraucherschutzorganisation Codacons hat die Staatsanwaltschaft inzwischen aufgefordert, eine Wiederholung des Tests anzuordnen und mittels einer DNA-Probe zu bestätigen, ob die Haarproben von Schettino stammten. Möglicherweise sei eine Verunreinigung erfolgt.

Das Kokain sei an den Haaren und in einem Umschlag, in dem sie aufbewahrt wurden, festgestellt worden. Codacons vertritt Überlebende des Unglücks vom 13. Januar, bei dem mindestens 17 Menschen ums Leben kamen.

Dem Kapitän gilt zurzeit als Hauptschuldiger für das Unglück. Nicht nur, dass er wertvolle Zeit verstreichen ließ und die Crew die Passagiere zu spät informierte, auch das Rettungsmanöver war völlig dilettantisch. Außerdem soll sich eine rätselhafte Blondine auf der Kommandobrücke des Kreuzfahrtschiffs befunden haben , als das Kreuzfahrtschiff vor der toskanischen Insel Giglio einen Felsen rammte. Gegen Schettino wird deshalb weiterhin ermittelt.

Betrügerin täuscht Fehlgeburt vor

Offenbar haben nun auch Betrüger versucht, Profit aus dem Unglück zu schlagen. Die Reederei Costa Crociere hat rechtliche Schritte gegen eine Italienerin angekündigt, die nach der Havarie angeblich eine Fehlgeburt erlitten hat.

Wie die Reederei mitteilte, befanden sich weder die Frau noch ihr Ehemann auf der Passagierliste des Schiffes. Die Frau, die angeblich im fünften Monat schwanger gewesen war, war mehrmals im italienischen Fernsehen aufgetreten und auch andere Medien hatten über die Fehlgeburt berichtet. Über einen Anwalt hatte das Paar eine Million Euro Schmerzensgeld von Costa Crociere gefordert.

Das italienische Fernsehen hat mittlerweile herausgefunden, "dass die Geschichte erfunden war". Das Paar habe mit falschen Identitäten gearbeitet, keiner von beiden sei zum Zeitpunkt des Unglücks an Bord der "Costa Concordia" gewesen.

Abpumparbeiten kommen voran

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar mit 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Toskana-Insel Giglio gekentert. Insgesamt kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben, allerdings wurden 15 Vermisste nicht gefunden.

Wie die Reederei weiter mitteilte, kommt allerdings das Abpumpen des Öls aus den Tanks des Schiffes gut voran. Die Abpumparbeiten laufen demnach seit Sonntag bislang "ohne Unterbrechung".

Quelle: dapd/dpa/AFP/kami
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Besucher testen neue Achterbahn im Belantis Park
Achterbahn im freien Fall

Immer rasanter: Neue Bahnen versprechen Schwerelosigkeit.

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote