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12.02.12

Schiffsunglück

Amateurvideo zeigt Fehler von "Concordia"-Kapitän

In Italien ist ein Amateurvideo aufgetaucht. Es zeigt die Schiffsbrücke eine halbe Stunde nach dem Auflaufen der "Costa Concordia". Auffällig ist das Verhalten des Kapitäns.

© dapd
Der italienische Fernsehsender TG5 zeigte das Video und ordnete die Stimme Kapitän Francesco Schettino zu
Der italienische Fernsehsender TG5 zeigte das Video und ordnete die Stimme Kapitän Francesco Schettino zu

Einen Monat nach der Havarie der "Costa Concordia" ist ein rund neunminütiges Amateurvideo aufgetaucht, das nach Medienberichten das Durcheinander auf der Kommandobrücke des sinkenden Kreuzfahrtschiffes dokumentiert.

Der Film soll Kapitän Francesco Schettino und ein Dutzend weitere Besatzungsmitglieder zeigen, die auf Bildschirme blicken oder telefonieren. Die Atmosphäre ist zunächst noch relativ ruhig, doch wächst die Nervosität zusehends. Zu hören sind unter anderem Sätze wie "Es gibt praktisch einen Riss, und Wasser dringt ein". Später ist zu hören, wie jemand erklärt, dass die Passagiere eigenmächtig in Rettungsboote steigen. Schettino antwortet darauf: "Das ist okay, in Ordnung." Der italienische Fernsehsender TG5 zeigte das Video und ordnete die Stimme Kapitän Francesco Schettino zu. Der Dialog sei anscheinend fast eine Stunde, nachdem das Schiff auf Grund gelaufen war, aufgezeichnet worden.

Die Staatsanwaltschaft wolle das bei schwachem Licht entstandene Video nun für die Ermittlungen heranziehen, hieß es am Samstag. Es könne dabei helfen, mehr über das Verhalten der Besatzung und des Kapitäns nach dem Unglück zu erfahren. So sei zu sehen, wie Mitglieder der Crew auf der Kommandobrücke unentschlossen auf und ab gingen, während sie darüber rätselten, was zu tun sei.

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar 2012 mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Bislang wurden 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst, darunter sechs Deutsche. Kapitän Schettino steht unter Hausarrest. Dem 52-Jährigen werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Verlassen des Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen.

Quelle: dpa/sei
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