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09.02.12

Tierischer Frost

Klappert Storch Rolf bei der Kälte nicht?

Ende Januar war der Weißstorch aus seinem Winterurlaub in Westeuropa zurückgekehrt. Jetzt hat er die Hamburger in große Sorge versetzt.

© dapd/DAPD
Rolf ist der erste Storch in Hamburg

Hamburgs Weißstorch Rolf trotzt der Winterkälte. Entgegen erster Befürchtungen wurde das Tier am Mittwoch munter in den Kirchwerder Wiesen bei der Futtersuche beobachtet, wie der Naturschutzbund (NABU) Hamburg am Donnerstag mitteilte. Rolf war am 25. Januar früher als erwartet aus dem Winterurlaub in Westeuropa zurückgekehrt.

Keine Spur von Rolf über die Webcam

Als die Webcam des NABU am Nest des siebenjährigen Storchenmannes in den Vier- und Marschlanden tagelang kein Lebenszeichen des Storchs übermittelt hatte, hätten sich viele Bürger besorgt nach ihm erkundigt, heißt es aus dem Landesverband. Die Erklärung für Rolfs Verschwinden ist simpel. Offenbar war die Webcam defekt. "Wir warten noch auf einen Techniker, der den Fehler behebt."

Denn obwohl Nabu-Experte Jürgen Pelch in den vergangenen Tagen immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass Störchen die derzeitige Kälte nichts ausmacht – sie plustern sich einfach auf –, glaubten ihm besorgte Bürger nicht und riefen weiterhin bei ihm an.

Entwarnung: Rolf lebt!

Jetzt aber gibt es aktuelle Entwarnung. Rolf wurde am Mittwoch dabei beobachtet, wie er auf den angefrorenen Kirchwerder Wiesen nach Futter suchte. Weißstörche wie er lieben Fisch, Frösche, Würmer, aber auch Wühlmäuse, Kleingetier eben. Und für solche Leckerbissen, die im Winter naturgemäß schwieriger zu finden sind, fliegt so ein hungriger Vogel dann auch mal längere Strecken – und übernachtet auswärts. "Das ist normal", sagt Jürgen Pelch.

"Aber nun wurde er auch in Nestnähe gesehen, und wir haben die Gewissheit, dass Rolf lebt und es ihm gut geht."

Viel gefährlicher als Minusgrade ist für die Störche der zunehmende Lebensraumverlust in Norddeutschland. Es gibt nicht mehr genügend Feuchtwiesen, weil diese in Maisäcker für die Energiegewinnung umgewandelt werden. Deshalb pflegt und entwickelt der Nabu Hamburg solche Wiesen und stellt den Störchen 50 Brutnester zur Verfügung.

Aber selbst wenn der kälteresistente Rolf mal nicht genug zu fressen findet, ist das kein Problem. Seine menschlichen Gastgeber, vergangene Woche rechtzeitig aus dem Winterurlaub zurückgekehrt, legen ihm in Notfällen Lachs und andere Köstlichkeiten in Nestnähe aus. Storchenfrau Maria, mit der er im vergangenen Jahr vier Junge großzog, kann also kommen. Ihr Rolf ist für die Nachwuchsarbeit gut gerüstet

Hier können Sie Rolf in seinem Nest beobachten:

www.NABU-Hamburg.de/storchenwebcam

Quelle: goy/cal
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