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08.02.12

Familienzusammenführung

Zwillinge finden sich nach 30 Jahren über Facebook

Ein Zwillingspaar aus Indonesien lebte jahrelang ahnungslos in Schweden fast Tür an Tür. Nach der Geburt wurden die beiden Mädchen getrennt und fanden sich erst 30 Jahre später wieder – über Facebook.

© AFP
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Die Zwillinge Emilie Falk and Lin Backman wohnten nur 40 Kilometer von einander entfernt in Schweden

In Indonesien wurden sie kurz nach der Geburt getrennt, fast drei Jahrzehnte später haben sie sich in Südschweden wiedergefunden: die Zwillingsschwestern Emelie Falk und Lin Backman. In Skandinavien lebten die beiden nur rund 40 Kilometer voneinander entfernt, ohne von der anderen zu wissen. Zusammengefunden haben sie erst über Facebook.

Die zweieiigen Zwillingsschwestern kamen getrennt voneinander aus einem Waisenhaus im nordindonesischen Semarang jeweils zu schwedischen Adoptiveltern. Aus den Unterlagen keines der Mädchen ging hervor, dass eine Zwillingsschwester existierte. Nur der Taxifahrer, der Lin Backmans Adoptiveltern damals mit dem Baby am Waisenhaus abholte, fragte: "Was ist denn mit der anderen, der Schwester?" Er nannte den Backmans die indonesischen Namen der Mädchen, die das schwedische Paar notierte.

Zurück in Schweden machten die Backmans anhand dieser Notiz die Adoptiveltern von Emelie Falk ausfindig – die Familien trafen sich anfangs sogar mehrere Male, um gemeinsam Unterlagen zu den Adoptionen durchzugehen. Beide Elternpaare "dachten aber, dass wir nicht besonders viel Ähnlichkeit miteinander hätten, in den Papieren passte auch vieles nicht zusammen", sagt Emelie Falk: "Und DNA-Tests gab es damals noch nicht."

Der Geburtstag stimmte überein

Zu den Unstimmigkeiten in den Papieren gehörte demnach, dass der Name des Vaters sich bei beiden Mädchen unterschied. Obwohl der Name der Mutter übereinstimmte, gingen die Falks und die Backmans schließlich davon aus, dass dies wohl ein Fehler sei. Die Familien verloren sich aus den Augen. Die Geschichte hörten Lin und Emelie als Kinder zwar von ihren jeweiligen Adoptiveltern, doch nach eigener Aussage vergaßen beide sie im Laufe der Zeit. Auch später stellten die beiden zunächst keine Fragen zu ihrer Herkunft.

"Erst als ich vor zwei Jahren geheiratet und begonnen habe, über das Thema Familie und meine Adoption nachzudenken und meine Mutter danach fragte, erzählte sie die Geschichte noch einmal – da beschloss ich, nach Lin zu suchen", berichtet Emelie Falk. Recherchen mit Hilfe eines Netzwerks von Indonesiern, die von schwedischen Eltern adoptiert wurden, brachten sie auf die Spur der Schwester. Gefunden hat sie Lin schließlich auf Facebook – und im Januar vergangenen Jahres trafen sich die beiden erstmals.

"Ich wurde am 18. März 1983 in Semarang geboren, und meine leibliche Mutter heißt Maryate Rajiman", schrieb Emelie damals an Lin. Und bekam prompt die Antwort: "Wow! Meine Mutter heißt genau so – und das ist mein Geburtstag!" Die Frauen stellten fest, dass sie jede Menge gemeinsam haben: Sie wohnen nicht weit entfernt voneinander, sind beide Lehrerinnen, haben denselben Hochzeitstag – wenn auch die eine ein Jahr früher als die andere heiratete – und sogar dasselbe Hochzeitslied, "You and Me" von Lifehouse. Ein DNA-Test belegt, dass Emelie Falk und Lin Backman mit 99,98-prozentiger Wahrscheinlichkeit Schwestern sind.

"Ziemlich schräg, aber auch ziemlich cool."

"Das war ziemlich bizarr", sagt Emelie Falk über den Moment, als ihre Schwester ihr telefonisch das Testergebnis mitteilte: "Ich saß im Auto und musste erstmal lachen, weil das so schräg war", meint sie. "Dann dachte ich, dass wir zusammen im Mutterleib waren – ziemlich schräg, aber auch ziemlich cool."

Seit sich die beiden Schwestern wiedergefunden haben, stehen sie in enger Verbindung. Jetzt überlegen sie, ob sie nicht gemeinsam nach Indonesien reisen und dort nach ihren leiblichen Eltern suchen sollten. In den Adoptionsunterlagen haben sie interessante Details entdeckt – unter anderem einen Hinweis auf einen Taxi fahrenden leiblichen Vater. "Jetzt sind wir neugierig, ob er dieser ganz besondere Taxifahrer ist", sagt Emelie Falk.

Quelle: AFP/nbo
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