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03.02.12

Getötete Schwestern

Grausamer Todeskampf in der Kraillinger Mordnacht

Es muss ein blutiger Kampf gewesen sein: Im März 2011 wurden in Krailling Chiara und Sharon ermordet. Ihre Verletzungen lassen auf den grausamen Hergang der Tat schließen.

dpa/DPA

Der Angeklagte im Mordprozess um zwei getötete Schwestern aus Krailling (M.). Rechtsmediziner rekonstruierten vor Gericht die grausamen Geschehnisse der Mordnacht.

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Die kleine Chiara und ihre Schwester Sharon aus dem Münchner Vorort Krailling haben vor ihrem gewaltsamen Tod verzweifelt um ihr Leben gekämpft. Die Kinder wehrten sich mindestens minutenlang gegen ihren Mörder, wie Rechtsmediziner am Freitag vor dem Landgericht München II erläuterten.

Der eigene Onkel soll die acht und elf Jahre alten Mädchen in der Nacht zum 24. März 2011 mit einer Hantelstange, einem Strick und einem Messer blutig ermordet haben, um an ein Erbe zu kommen. Der 51 Jahre alte Angeklagte schweigt bisher vor Gericht. Den Ausführungen der Rechtsmediziner folgte der Familienvater ohne sichtliche Regung.

Beide Kinder erlitten den Gutachten zufolge zahlreiche schwere Stichverletzungen und schwere Schläge. Prof. Wolfgang Keil vom Institut für Rechtsmedizin der Münchner Uni, der Chiara obduziert hatte, sprach von sechs "intensiven Verletzungen" am Kopf; die Achtjährige erlitt demnach zwei Schädelbasisbrüche und einen Trümmerbruch des Schädeldaches – Verletzungen, die nicht von der bloßen Hand stammen könnten.

"Jeder Verletzungskomplex war geeignet, den Tod herbeizuführen"

Die Hantelstange komme als Waffe infrage. Zudem stellte der Mediziner rund ein Dutzend Stichverletzungen fest. Als erstes habe der Täter Chiara aber gewürgt und gedrosselt und ihr Mund und wahrscheinlich auch die Nase zugehalten.

Die konkrete Todesursache konnte Keil nicht einmal benennen: "Jeder Verletzungskomplex war geeignet, den Tod herbeizuführen." Er sprach von einem "mehrphasigen und länger andauernden Tatgeschehen mit Bewegungswechseln". Den Ermittlungen zufolge flüchtete die schon schwer verletzte Chiara ins Kinderzimmer und versuchte die Türe zuzuhalten, während der Täter Sharon tötete.

"Die Zeitdauer war nicht kurz – Das Kind hat sich gewehrt"

Die Elfjährige hatte laut Anklage das Kommen des Onkels bemerkt, der daraufhin von Chiara abgelassen habe. Auch Sharon leistete den gerichtsmedizinischen Erkenntnissen zufolge längeren Widerstand. "Die Zeitdauer war nicht kurz", sagte der Chef des Rechtsmedizinischen Instituts der Uni München, Matthias Graw, der Sharon obduziert hatte.

"Das Kind hat sich gewehrt." Sharon erlitt vier Messerstiche und zahlreiche Schnittverletzungen. Sie sei verblutet. Bis zum Eintritt des Todes habe es Minuten gedauert, es könne aber auch länger gewesen sein, sagte Graw.

Der Onkel der Kinder muss sich seit dem 17. Januar wegen Mordes vor Gericht verantworten. Der Anklage zufolge wollte der verschuldete Familienvater auch die Mutter der Kinder – seine Schwägerin – umbringen, dann sollte seine eigene Frau erben. Doch die Mutter der Kinder kam erst am frühen Morgen nach Hause – deshalb habe der Angeklagte von seinem Plan Abstand genommen, glaubt die Staatsanwaltschaft.

Quelle: dpa/mak
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