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03.02.12

Gefährliche Einsätze

Gewalt gegen Polizisten wird immer brutaler

Betonplatten und schraubengespickte Golfbälle – Attacken auf Polizisten werden immer rücksichtsloser. Politiker in Kiel fordern mehr Zivilcourage.

© AP
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Eine immer brutalere Gewalt gegen Polizisten haben Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Torsten Geerdts und der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (beide CDU) beklagt. Wenn bei Protesten gegen Atomtransporte ein Polizeiauto, in dem eine Polizistin sitzt, angezündet werde, könne von einem Mordanschlag gesprochen werden, sagte Schünemann am Donnerstag in Fuhlendorf (Kreis Segeberg) beim Jahresempfang der Bundespolizei in Schleswig-Holstein. Beim letzten Castor-Transport seien Hinterhalte gelegt worden "allein mit dem Ziel, Polizisten zu verletzen". Geerdts erinnerte daran, dass in Magdeburg aus einem Haus eine Betonplatte auf einen Polizisten geworfen wurde und bei Demonstrationen gegen Atomtransporte mit Schrauben gespickte Golfbälle flogen.

Der Respekt vor der Staatsmacht nimmt ab

Geerdts betonte, die Gewalt gehe nicht mehr allein von Chaoten oder anderen Randgruppen aus, sondern komme inzwischen aus der Gesellschaft. Der Landtagspräsident appellierte an die "schweigende Mehrheit" der Bevölkerung, bei Gewalt gegen Polizisten mehr Zivilcourage zu zeigen und auf Demonstrationen und anderen Großveranstaltungen Gewalttäter zu isolieren.

Der Respekt vor dem Wert der körperlichen Unversehrtheit habe abgenommen, kritisierte Geerdts. Es sei nicht hinnehmbar, dass Polizisten allein deswegen angegriffen werden, weil sie Repräsentanten unseres Staates seien, sagte der Landtagspräsident.

Geerdts und Schünemann dankten der Bundespolizei wie den Landespolizeien für ihren großen Einsatz für Recht und Gerechtigkeit. Bei der Bevölkerung genieße die Polizei deshalb seit vielen Jahre sehr hohes Vertrauen. "Sie stehen unbeirrbar für das Gute in unserer Gesellschaft, das klingt pathetisch, ist aber so", sagte Geerdts zu den Polizisten. An dem Jahresempfang bei der Bundespolizei-Fliegerstaffel nahmen fast 400 Gäste aus allen Bereichen der Gesellschaft teil.

Auch im vergangenen Jahr war die nördlichste Fliegerstaffel, die nicht nur über Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und über der Nord- und Ostsee fliegt, an vielen Großeinsätzen beteiligt. So auch Ende September während des Papstbesuches und der Castortransporte nach Lubmin im Februar sowie nach Gorleben im Dezember.

Kein Nachwuchsmangel bei der Polizei

Im nächsten Jahr feiert die Fliegerstaffel ihr 50-jähriges Bestehen. Deren Staffelführer, Polizeidirektor Markus Ulfig, stellte am Donnerstag den neuen Eurocopter 155 mit navalisierter (maritimer) Ausstattung vor. Dieser speziell für Seestreifen ausgestattete Hubschrauber wird künftig die Bell 212 ablösen, die rund 40 Jahre der Bundespolizei zuverlässige Dienste leistete, wie deren Sprecher mitteilte.

Über Nachwuchsmangel kann die Bundespolizei nicht klagen. Deren Akademie begrüßte im Januar soviel Studierende wie nie. Die 716 Studierenden für den gehobenen Polizeivollzugsdienst stellten die Bundespolizeiakademie auch vor logistische Herausforderungen, wie die Behörde weiter mitteilte. Neben den 716 Studierenden seine derzeit rund 600 weitere Studierende in den Aus- und Fortbildungszentren, an der Fachhochschule des Bundes in Brühl und in den Praktika bei den Einsatzdienststellen unterwegs. Im mittleren Polizeivollzugsdienst bilde die Bundespolizeiakademie derzeit knapp 1200 junge Frauen und Männer aus.

Quelle: dpa/rfi/cal
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