Costa Concordia
Sechs Passagiere fordern 348 Millionen Euro
Samstag, 28. Januar 2012 14:01Sechs Passagiere des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" haben in den USA Klage eingereicht. Die Kläger aus Florida, New York und Italien fordern fast 348 Millionen Euro Schadenersatz. Schlechtes Wetter und raue See haben die letzten Vorbereitungen für das Öl-Abpumpen aus unterdessen behindert.

Zwei Wochen nach der Havarie der „Costa Concordia“ kommen die angekündigten Klagen gegen die Veranstalter der Kreuzfahrt im Mittelmeer in Gang. Wie am freitag bekannt wurde, reichte der in Peru wohnhafte Gary Lobaton der Eignerfirma Carnival in einer Klage vor, die Menschen an Bord nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. Einige deutsche Betroffene wollen sich einer in den USA geplanten Sammelklage anschließen.
Lobaton zählte zu den mehr als eintausend Besatzungsmitgliedern der „Costa Concordia“, die am 13. Januar vor der italienischen Insel Giglio auf Grund gelaufen und gekentert war. Die Schadenersatzklage wurde im Namen Lobatons und aller anderen Besatzungsmitglieder und Passagiere in Chicago eingereicht, die sich während der Katastrophe an Bord befanden. Sie richtet sich gegen Carnival und ihre italienische Tochterfirma Costa Crociere. In der Klageschrift heißt es, die Reisenden seien vom Kapitän Francesco Schettino „verlassen“ worden.
16 Insassen werden noch immer vermisst
Der Anwalt Hans Reinhardt aus dem nordrhein-westfälischen Marl sagte dem Onlineportal bild.de am Freitag, er vertrete 15 Mandanten. Dabei gehe es um Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen von 160.000 Dollar (rund 122.000 Euro) für Überlebende sowie eine Million Dollar (etwa 762.000 Euro) bei den Todesopfern. Ein Rechtsstreit in den USA kann bei solchen Fällen lukrativ sein, weil im dortigen Rechtssystem sehr viel höhere Schadenersatzzahlungen erstritten werden können als in Europa.
Seit dem Unglück wurden 16 Tote geborgen, 16 Insassen werden noch immer vermisst. Unter den identifizierten Toten sind vier Deutsche. An Bord des Wracks befinden sich noch 2400 Tonnen Treibstoff, die das Meeresschutzgebiet rund um die Toskana-Insel zu verschmutzen drohen. Die Abpumparbeiten am Wrack sollen am Samstag oder am Sonntag beginnen.
Schlechtes Wetter verzögert Öl-Abpumpen
Schlechtes Wetter und raue See haben die letzten Vorbereitungen für das Öl-Abpumpen aus der gekenterten „Costa Concordia“ unterdessen behindert. Wie der Krisenstab auf der Insel Giglio am Samstag mitteilte, wurde das von der Bergungsfirma Smit eingesetzte Brückenschiff „Pontone Meloria“ am Morgen von dem Kreuzfahrtschiff getrennt. Dies sei aus Sicherheitsgründen geschehen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
Die Vorbereitungen sollten erst dann wieder aufgenommen werden, wenn sich das Wetter beruhigt habe. Smit wollte eigentlich am Samstag mit dem Abpumpen der etwa 2300 Tonnen Treibstoff – überwiegend Schweröl – beginnen.
Fortgesetzt wurde am Samstag die Suche nach weiteren Opfern der Havarie. Zwei Wochen nach dem Schiffbruch werden immer noch etwa 20 Menschen vermisst, 16 wurden bisher tot geborgen. Auch ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter sollte sich an der Suche am Schiff beteiligen.
Suche nach Vermissten geht weiter
Die „Costa Concordia“ war am Abend des 13. Januar mit 4200 Menschen an Bord vor der italienischen Toskana-Insel Giglio auf Grund gelaufen, Leck geschlagen und gekentert. Bislang wurden 16 Leichen geborgen, 16 Menschen werden noch vermisst. Unter den identifizierten Toten sind vier Deutsche.
An Bord des Wracks befinden sich noch 2400 Tonnen Treibstoff, die das Meeresschutzgebiet rund um die Toskana-Insel zu verschmutzen drohen. Die Abpumparbeiten am Wrack sollen am Samstag oder am Sonntag beginnen.AFP/dpa/nbo
















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