Kreuzfahrtschiff
Taucher finden 16. Todesopfer der Costa Concordia
Elf Tage nach dem Schiffsunglück haben Taucher eine weitere Leiche gefunden, 16 Menschen werden noch vermisst. Nun macht sich ein schwacher Ölfilm rund um das Wrack breit. Doch vor dem Wochenende kann das Schweröl des Schiffs nicht abgepumpt werden.
Die gut 8000 Einwohner starke Gemeinde Meta di Sorrento in Kampanien ist Heimatort des Costa-Kapitäns Francesco Schettino.
Aus dem Wrack des verunglückten Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia haben Rettungstaucher am Dienstag eine weitere Leiche geborgen. Es war das 16 bestätigte Todesopfer. Ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelte, war zunächst nicht klar. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden noch 16 Menschen vermisst, darunter mehrere Deutsche.
Elf Tage nach der Havarie begannen unterdessen die Arbeiten zum Abpumpen der rund 2.400 Tonnen Schweröl. Eine große Plattform mit einem Kran und weiterer Ausrüstung an Bord machte am Dienstag an dem Schiff fest.
Arbeiter der Bergungsfirma Smit waren zu sehen, wie sie am Bug des Schiffes und auf dem Wasser in der Nähe Vorbereitungen für das Abpumpen trafen. Der Leiter des Zivilschutzes, Franco Gabrielli, erklärte, das eigentliche Abpumpen werde vermutlich nicht vor Sonnabend beginnen. Man habe sechs Tanks lokalisiert, die auch relativ leicht zu erreichen seien, sagte Gabrielli. Wenn diese Tanks leer seien, seien 50 Prozent des Treibstoffs an Bord abgepumpt.
"Wir gehen natürlich davon aus, dass die Wetterbedingungen ähnlich gut bleiben, wie sie im Augenblick sind", sagte Gabrielli. Insgesamt kann das Abpumpen des gesamten Treibstoffs nach Schätzungen von Smit einen Monat dauern.
Sorgen machten sich bei den Bewohnern von Giglio und den Behörden breit, als ein Ölfilm auf dem Wasser entdeckt wurde. "Es handelt sich um einen sehr dünnen Film auf dem Wasser", sagte Gabrielli. Er stelle im Augenblick "keine wirkliche Gefahr" für das angrenzende Naturschutzgebiet dar.
Das Öl sollte aufgesogen werden. Gabrielli kündigte an, Messdaten der regionalen Umweltbehörden zur Wasserqualität noch am Dienstag veröffentlichen zu wollen.
Nach der Bergung des bislang 16. Todesopfers wollten die Behörden Medienberichte, wonach es sich um eine Frau handele, zunächst nicht bestätigen. Sechs der bislang geborgen Leichen konnten noch nicht identifiziert werden.
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