Heilbronner Polizistenmord
Dienstwaffe von erschossener Polizistin gefunden
Mehr als vier Jahre nach dem ungeklärten Heilbronner Polizistinnenmord gibt es eine heiße Spur. Nach Informationen des LKA Baden-Württemberg sind in Eisenach in Thüringen die Dienstwaffen der im April 2007 in Heilbronn getöteten Polizistin und ihres seinerzeit schwer verletzten Kollegen gefunden worden.
Am 25. April 2007 war die 22-jährige Polizistin Michéle Kiesewetter mit ihrem zwei Jahre älteren Kollege Martin A. auf Streife. Der Mord an ihr wurde dem "Phantom von Heilbronn" zugeschrieben.
Viereinhalb Jahre nach dem Mord an einer Polizistin im baden-württembergischen Heilbronn hat der Fall eine überraschende Wende genommen und steht möglicherweise vor der Aufklärung. Die Waffen der im April 2007 erschossenen Polizistin und ihres damals schwer verletzten Kollegen seien in einem Wohnmobil bei Eisenach gefunden worden, in dem zwei Leichen gelegen hätten, teilte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Montag mit.
Zwei bewaffnete Männer hatten am Freitag in Eisenach eine Sparkasse überfallen. Später fanden die Ermittler zwei Leichen in dem Wohnmobil in Stregda. Nachmittags explodierte dann im sächsischen Zwickau aus ungeklärter Ursache ein Haus, dessen Bewohner vermisst wurden. Am Montag wurden die Toten als die Bewohner identifiziert.
Die Gothaer Polizei stellte bei ihren anschließenden Ermittlungen in dem Wohnmobil die zwei Polizeipistolen sicher. Der Waffenfund wurde laut LKA der Heilbronner Soko Parkplatz umgehend mitgeteilt. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn und das LKA ermitteln derzeit in enger Kooperation mit der Thüringer Polizei zu möglichen Zusammenhängen mit dem Heilbronner Polizistenmord.
Polizei jagte lange Zeit Phantom
Die 22-jährige Polizistin war am 25. April 2007 auf der Heilbronner Theresienwiese mit einem Schuss in den Kopf getötet worden. Ihr 25-jähriger Kollege wurde durch Schüsse lebensgefährlich verletzt und kann sich bis heute an die Tat nicht erinnern.
Augenzeugen der Tat wurden nie ermittelt, obwohl das Gelände in der Regel belebt ist. Lediglich der Tatzeitpunkt gegen 14.00 Uhr gilt als sicher, da Zeugen Schüsse hörten. Lange hatten die Ermittler ihre Hoffnung vor allem auf die am Dienstfahrzeug der Polizisten festgestellte DNA-Spur gesetzt und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit eine "Unbekannte weibliche Person" gejagt.
Die vermeintliche Schwerstkriminelle und Serientäterin, deren DNA an insgesamt rund 40 Tatorten im In- und Ausland sichergestellt worden war, entpuppte sich letztlich als unbescholtene Verpackerin. Ihr genetischer Code befand sich auf den Wattestäbchen, die die Polizei bei der Spurensuche einsetzte.
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