Alarm im Pazifik
Meterhohe Tsunamiwellen erreichen Küste Hawaiis
Sechs Stunden nach dem Erdbeben in Japan erreicht der Tsunami Hawaii. Die Bevölkerung hatte sich in aller Eile mit Vorräten eingedeckt.
Diese Karte zeigt, wie lange die Flutwelle durch den Pazifik braucht. Alarmstimmung herrschte vor allem ...
Der von dem schweren Erdbeben vor der Küste Japans ausgelöste Tsunami hat die Küste von Hawaii erreicht. Am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) trafen etwa ein Meter hohe Wellen zunächst die Inseln Oahu und Kauai, wie das Pazifische Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii bekannt gab. An der Küste Mauis erreichten die Wellen sogar eine Höhe von zwei Metern. Experten warnten, dass die Wellen noch größer werden könnten. Allerdings rechne man nicht damit, dass sie auf Hawaii größere Schäden anrichten würden.
Im Badeort Waikiki bahnten sich die Wellen ihren weg über eine Schutzmauer und stoppten noch vor den dortigen Luxushotels.
Das Tsunami-Warnzentrum in Hawaii hatte sofort nach dem Beben in Japan für weite Teile des Pazifiks, darunter auch die gesamte US-Westküste, eine Warnung vor Flutwellen herausgegeben. In Hawaii waren betroffene Küstenregionen evakuiert worden.
Hotelbewohner im Touristenressort Waikiki wurden in höher gelegene Etagen gebracht. Es entstanden lange Schlangen von Anwohnern, die sich mit Gas, Wasser und Konserven eindeckten. Der Tsunami sollte Hawaii gegen 06.00 Uhr erreichen (15 Uhr deutscher Zeit). Prognosen zufolge sollte die Welle etwa zwei Meter Höhe erreichen.
Auch in Kalifornien bereitet man sich auf große Wellen vor. "Es ist sehr gut möglich, dass wir auch bald Menschen evakuieren", sagte ein Sprecher des Notfallszentrums. Wie in Hawaii werden dort bis zu zwei Meter hohe Wellen erwartet. Am stärksten werde der Tsunsami vermutlich in der Nähe von Crescent City im Norden des US-Bundesstaates ausfallen, sagte ein Sprecher des kalifornischen Katastrophenschutzes.
Warnungen von Alaska bis Chile
Die Warnungen für die Pazifikküste reichten von Russland über Indonesien bis an die gesamte Westküste Südamerikas. Gefährdet waren vor allem niedrigliegende Pazifikinseln. In einigen Staaten gab es aber auch schon Entwarnungen. Eine Übersicht:
Die südamerikanischen Pazifikanrainer ECUADOR, PERU und CHILE lösten Tsunamiwarnungen aus. Der Tsunami sollte kurz vor Mitternacht Ortszeit (Samstag 04.00 Uhr MEZ) den Norden Chiles erreichen. Die Menschen wurden aufgerufen, sich auf die möglichen Folgen der Flutwelle vorzubereiten. In Ecuador und Peru dürfte die Flutwelle noch etwas früher eintreffen. Chile war fast genau vor einem Jahr von einem massiven Erdbeben getroffen.
In anderen Ländern wurde der Alarm wieder aufgehoben. In TAIWAN ist der befürchtete Tsunami ausgeblieben. Die Wellen seien klein geblieben und hätten keine Schäden angerichtet, berichtete die Nachrichtenagentur CNA. Die Behörden hatten vorsichtshalber tief liegende Küstenzonen evakuiert, da zuerst mit Wellen von einem halben bis einem Meter gerechnet worden war.
Auch in INDONESIEN blieben die Auswirkungen gering. Auf der Insel Halmahera wurde eine Tsunamiwelle von zehn Zentimetern gemessen. Tausende Menschen verließen im Osten Indonesiens wegen der Tsunamiwarnung ihre Häuser. Berichte von Verletzten oder Schäden gab es zunächst nicht.
In PAPUA NEUGUINEA blieben Tsunamiwellen vorerst aus. Die Regierung hatte die Küstenbewohner im Norden aufgerufen, sich in höheren Lagen in Sicherheit zu bringen. "Die Tsunami-Warnung gilt noch bis 2 Uhr morgens (17.00 Uhr MEZ), aber es gibt bislang keine Anzeichen für größere Wellen", sagte Gerard van Gramberg, der für die Hilfsorganisation World Vision in der Hauptstadt Port Moresby ist.
Auch auf den PHILIPPINEN wurden wegen des drohenden Tsunamis Tausende Bewohner an der Ostküste in Sicherheit gebracht. Das Institut für Vulkanologie und Seismologie sprach eine Tsunamiwarnung für mehr als 19 Provinzen aus. In der Provinz Cagayan wurde eine Flutwelle mit 60 Zentimetern gemessen. Von größeren Schäden oder gar Toten wurde jedoch zunächst nichts bekannt.
Im äußersten Osten RUSSLANDS wurden mehr als 10.000 Menschen wegen eines drohenden Tsunamis in Sicherheit gebracht. Auf der Inselgruppe der Südkurilen sowie auf der Insel Sachalin seien mehrere Siedlungen in Ufernähe evakuiert worden. Das teilte der russische Katastrophenschutz nach Angaben von Agenturen mit. Besonders betroffen seien Menschen auf den Südkurilen-Inseln Kunaschir und Schikotan.
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