Rückblick
Das waren die skurrilsten Nachrichten 2010
Ein Kakadu vor Gericht, die längst vegetarische BRatwurst und XXL-Unterhosen in das Kanalisation: Die skurrilisten Nachrichten 2010.
Sinsheim: Bei dieser Mülltrennung ist ganz sicher etwas falsch gelaufen: Mitarbeiter einer Abfalldeponie haben beim Sortieren des Mülls eine Sprengmine gefunden. Sie wurde vermutlich in einer Biotonne entsorgt. Die Arbeiter verständigten sofort die Polizei. Ein Sprengmeister konnte die Mine vor Ort sprengen, verletzt wurde niemand.
Dresden: Der Winter hat einem Urlaubsrückkehrer im Januar einen Schrecken eingejagt: Nach seiner Ankunft vermisste der Mann seinen Mercedes-Oldtimer und meldete ihn gestohlen. Drei Stunden später wurde der 21 Jahre alte Wagen genau dort entdeckt, wo der Mann ihn vor seiner Reise abgestellt hatte - verborgen unter einer dicken Schneeschicht.
Ladbergen: Bereits zum 40. Mal hat ein Scherzbold das Kanalsystem der Kleinstadt Ladbergen im Münsterland mit einer bunten Unterhose lahmgelegt. Jedes Mal fischen die Beamten ein anderes Paar billige blaue XXL-Boxershorts aus der Pumpe, die das Klo heruntergespült wurden. Seit neun Jahren treibt der unbekannte Unterhosen-Unhold in Ladbergen sein Unwesen.
Neubrandenburg: Auf der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen geht eine Arbeitsagentur in Mecklenburg-Vorpommern ungewöhnliche Wege: Sie lockt Firmenchefs an den Herd. "Wer miteinander kocht, arbeitet auch besser zusammen", sagte der Sprecher der Agentur Neubrandenburg, Ronny Steeger. Für das Treffen und Kochen am 26. Februar in einem Hotel hätten sich 90 Unternehmer gemeldet. Auf der Speisekarte stehen u. a. Hähnchenschenkel und Crêpes.
New York: Ein kleiner Junge hat Flugzeugen auf dem New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen vom Tower aus die Startfreigabe erteilt. Auf Mitschnitten des Funkverkehrs von Mitte Februar, die jetzt auftauchten, ist er unter anderem mit den Worten "JetBlue 171, cleared for takeoff" zu hören. Bei dem Kind handelte es sich um den Sohn eines Fluglotsen. Die Aufsichtsbehörde suspendierte den Mann.
Deutschland: Geld oder Leben? Jeder fünfte Deutsche wäre laut einer Umfrage für eine Million Euro bereit, ein Jahr früher zu sterben. In Baden-Württemberg würde sogar jeder Vierte das Geld nehmen - das ist der Spitzenplatz einer repräsentativen Studie des "Reader's Digest".
Hunan: Ein Taiwaner hat im Alter von 96 Jahren zum ersten Mal geheiratet - eine mehr als 60 Jahre jüngere Frau aus China. Wie "Apple Daily" berichtete, gab der Tempelverwalter Lin Chung einer 30-jährigen Frau das Jawort. Lin sagte der Zeitung, die Götter hätten ihm vor drei Jahren "befohlen", nach Hunan zu fahren, um dort seine zukünftige Frau zu finden.
Cambridge: Ein altehrwürdiger Debattierklub der Cambridge-Universität will seinen weiblichen Mitgliedern künftig Kurse im Poledancing anbieten. Eine Sprecherin verteidigte das für eine Elite-Uni etwas ungewöhnliche Kursangebot: Poledancing, bei dem sich leicht bekleidete Frauen normalerweise lasziv um eine Stange rekeln, mache Spaß und sei einfach, "eine tolle Art, sich fit zu halten".
Eyjafjallajökull: Asche zu Asche machen. Erst war sie ein Flughindernis für ganz Europa, jetzt kann man sie über das Internet kaufen: Geschäftstüchtige Isländer bieten Vulkanasche aus dem schier unaussprechlichen Eyjafjallajökull gläschenweise an. Wie Sofus Gustavsson in der Zeitung "Dagbladet" berichtete, sind bei ihm schon zahlreiche Bestellungen aus allen Ländern eingegangen.
Düsseldorf: Die längste vegetarische Bratwurst der Welt ist im Mai in Düsseldorf auf den Rost gekommen. 150 Helfer waren nötig, um die 101 Meter lange Wurst auf 340 aneinandergereihte Grills zu legen. "Wir schenken diesen Weltrekord der Stadt. Nachdem das mit der Olympia-Bewerbung und der Fußball-WM nicht geklappt hat, war es höchste Zeit für ein Erfolgserlebnis", sagte Initiator Frank Pessel.
Hoogezand: Eine erboste Witwe hat in den Niederlanden die Urne mit der Asche ihres Ehemanns in der Praxis seines früheren Hausarztes abgestellt. Ineke Verboekend aus der Gemeinde Hoogezand bei Groningen protestierte damit dagegen, dass auch sieben Monate nach dem Ableben ihres Gatten immer noch Briefe des Arztes an ihn verschickt wurden, obwohl der Mediziner über den Tod seines früheren Patienten informiert war.
Sydney: Zwei Australier haben sich bei einem Trinkgelage mit einem Luftgewehr gegenseitig in den Po geschossen. Wie die Polizei mitteilte, wollten die beiden ausprobieren, ob ihr "Experiment" Schmerzen verursachen würde. Nach dem Vorfall am Sonntag hätten sich die Männer nach kurzer Pein zunächst wieder gesund gefühlt - am Dienstag seien sie aber doch im Krankenhaus vorstellig geworden.
Washington: Vom Recyclinghof zum Traualtar: Ein Liebespaar aus dem US-Bundesstaat Washington hat rund 280 000 leere Dosen gesammelt, um seine Hochzeit bezahlen zu können. Die Verlobten hatten Freunde und Verwandte um Leergut gebeten. Wenige Wochen vor dem Heiratstermin Ende Juli türmen sich Berge von Altmetall im Garten der beiden. Die Dosen trudelten aus allen Teilen der USA ein. Beim aktuellen Aluminiumpreis kommen so 3800 Dollar zusammen. Das Paar will nun eine Mittelalterparty schmeißen.
Klagenfurt: Ein Kakadu hat in Österreich vor einem Richter sein Flugvermögen beweisen müssen, denn angeblich fliegt Seppi schief. Ein Däne wirft dem ursprünglichen Besitzer vor, ihm 2007 ein krankes Tier verkauft zu haben. Es habe die Gicht und könne deshalb nicht richtig fliegen, sagt der Kläger, der 12 000 Euro bezahlt hatte. Nach dem Schauflug soll in drei Monaten ein Gutachten vorliegen.
Frankfurt: Ein Alligator ist im Juli durch Frankfurt spaziert - doch ein Autofahrer beendete den Ausflug schon nach wenigen Minuten. Ali, der stattliche drei Meter misst und 170 Kilo auf die Waage bringt, war am frühen Morgen aus seinem Quartier bei einer Reptilien-Show geflohen. Der Autofahrer war aber bereits um 5.30 Uhr ganz wach, entdeckte das Tier und alarmierte die Polizei.
Israel: Die Zwillingsbrüder aus Israel machen seit ihrer Kindheit fast alles gemeinsam - jetzt bekamen sie auch fast gleichzeitig Nachwuchs: Ihre Ehefrauen brachten im Abstand weniger Stunden ihr Baby zur Welt. Die eineiigen Zwillinge Idan und Koren Schreiber wohnten zwar in verschiedenen Städten. Ihre Frauen bekamen ihre Kinder trotzdem fast zur selben Zeit.
Bielefeld: In Deutschlands Telefonbüchern findet sich rund 5000 Mal der Name Peter Müller. Um der Eintönigkeit der Namen zu begegnen, haben Bielefelder Forscher im September einen Vorschlag gemacht: Bei einer Heirat soll der seltenere Nachname grundsätzlich zum Familiennamen werden. "Bereits nach 50 Jahren sind die drei häufigsten Namen Müller, Schmidt und Schneider auf ein Fünftel ihrer jetzigen Häufigkeit abgesunken", teilte die Universität mit.
Aschaffenburg: Ein Rentner hat eine Polizeistreife in Aschaffenburg verblüfft. Die Beamten kontrollierten den Mann, weil er in der Fußgängerzone Geldstücke verteilte. Um seinen Hals trug er ein Schild: "Bin nicht arbeitslos und auch nicht obdachlos. Habe eine Frau. Mir geht's gut. Deshalb möchte ich Ihnen einen Euro schenken." Wie die Polizei mitteilte, hatte sich ein Zeuge gemeldet, weil er eine Betrugsmasche vermutete. Zur Überraschung der Beamten erzählte der Geldgeber aber, dass er Rentner sei und daher seinen Mitmenschen eine Freude machen wollte.
Aachen: Aachen steht im September vor einem müffelnden Rätsel: Es stinkt in einem Stadtviertel wie "vergammelte Kartoffeln, Schimmelpilz oder ein modernder nasser Lappen", sagte ein Sprecher der Stadt. Der Gestank, der komme und gehe, setze sich in Wohnungen und Kleidern fest. Nach rund einjähriger Suche ließ die Stadt nun sogar Wissenschaftler nach den Ursachen forschen - bislang erfolglos.
Beirut: Kleines Land, große Flagge. Ein 65 650 Quadratmeter großes Stück Stoff traf im Libanon am Flughafen von Beirut ein. Für die rot-weiß gestreifte Fahne mit dem grünen Zedernbaum in der Mitte gibt es nun auch einen Eintrag im "Guinnessbuch der Rekorde". Die Flagge, die 325 Meter lang und 202 Meter breit ist, wiegt acht Tonnen.
Brasilien: Ein reiselustiges Buckelwalweibchen hält den Rekord der längsten je von einem Säugetier zurückgelegten Strecke. 1999 identifizierten Forscher es vor der Küste Brasiliens, zwei Jahre später sichtete es ein Walbeobachtungsschiff vor Madagaskar. Es schwamm 9800 Kilometer, was fast einem Viertel des Erdumfangs entspricht und doppelt so viel ist wie für Buckelwale üblich.
Antalya: In der Türkei sorgt im Oktober der Vorwurf des Sperma-Diebstahls in einem Vaterschaftsstreit für Schlagzeilen. Ein Gericht in Antalya stellte fest, dass ein 45-jähriger Arzt der Vater des Kindes seiner Ex-Freundin ist - der wirft ihr jedoch vor, sie habe seinen Samen "gestohlen", um schwanger zu werden. Die Frau wies die Vorwürfe zurück und wurde landesweit in Zeitungen zitiert. "Hab ich das Sperma etwa aus deiner Brieftasche genommen?"
Wellington: Ein neuseeländischer Minister hat im Parlament im November die zwei Jahre alte Rede eines Kollegen verlesen. Zehn Minuten lang redete Einwanderungsminister Jonathan Coleman über die Vorteile der Steuerpolitik der Regierung, während die Abgeordneten der oppositionellen Labour-Partei verwundert zuhörten. Erst nach dem Ende seines Redebeitrags merkte Coleman, dass er eine Rede von Finanzminister Peter Dunne aus dem Jahr 2008 gehalten hatte, die ihm ein Mitarbeiter versehentlich gegeben hatte.
Thüringen: Mit großem Arbeitseifer hat sich ein Rentner aus Thüringen in seinem Keller versehentlich selbst eingemauert. Der 64-Jährige verschloss in seinem Haus den einzigen Zugang zum Keller mit Ziegeln und Mörtel - von innen. Über das gesamte Wochenende saß er in seinem Verlies. Immerhin hatte er Verpflegung dabei. Am Montag befreite er sich mit einem Bohrhammer.
Australien: Motorsport-Fans müssen seit Dezember kein Maschinenöl mehr auftragen: Zumindest in Australien gibt es nun das Duftwasser "Eau de Engine". Es riecht nach verbranntem Gummi.
Kalifornien: Der Deutsche Schäferhund Rebel aus Kalifornien ist unfreiwillig zum Star geworden. Und zwar weil er im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Kopf durch die Wand ging. Das gerade einmal acht Monate alte Tier hat seinen Schädel mitsamt Ohren durch ein nur einige Zentimeter großes Loch in der Mauer geschoben und blieb dann stecken. Der Besitzer rief die örtliche Tierrettung. "Mein erster Gedanke war: 'Wow, wie ist er da reingekommen?'", erzählt James Huffmann vom Tiernotdienst. Schließlich gelang es, Rebels Kopf wieder durch das Loch zurückzudrücken.


















