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07.09.10

Naturkatastrophe

Starke Nachbeben – Neuseeland kommt nicht zur Ruhe

Wieder wurde Neuseeland von heftigen Erdbeben erschüttert. Eine zuvor als sicher geltende Unterkunft musste evakuiert werden.

dpa

Straßen wurden regelrecht aufgerissen.

12 Bilder

Drei Tage nach dem schweren Erdbeben in Neuseeland haben heftige Nachbeben die Stadt Christchurch erschüttert. Das neuseeländische Überwachungszentrum GeoNet meldete mehr als ein dutzend Nachbeben, von denen zwei eine Stärke von 5,4 auf der Richter-Skala erreichten.

Bürgermeister Bob Parker sagte, die Nachbeben beschädigten bereits instabil gewordene Gebäude in der 340. 000-Einwohner-Stadt weiter. Die Behörden mussten 70 Menschen umquartieren, die nach dem Hauptbeben in einer nun als nicht mehr sicher geltenden Schule untergebracht worden waren.

Premierminister John Key sagte wegen des der Lage in Christchurch ein Treffen mit der britischen Königin Elizabeth II. in Schottland ab. Er wolle in Neuseeland bleiben, um seine Solidarität mit den Bürgern der zweitgrößten Stadt des Landes zu zeigen, sagte er.

100,000 Häuser wurden nach Schätzung der Regierung in der Region beschädigt, der Wiederaufbau wird wohl Jahre dauern. Soldaten riegelten Teile der zerstörten Innenstadt von Christchurch auf der Südinsel weiter ab.

Alle Schulen der Region sowie Büros und Geschäfte sind geschlossen, der städtische Busverkehr steht wegen der tiefen Risse in zahlreichen Straßen still. 50.000 Berufspendler mussten zu Hause bleiben – es besteht die Gefahr, dass Trümmer und Glas von den Gebäuden herunterfallen. Bulldozer begannen damit, Ruinen im zentralen Geschäftsviertel abzureißen.

Die Kosten für die Reparaturen werden auf mehr als 2 Milliarden neuseeländische Dollar (1,1 Milliarde Euro) geschätzt.

Nach Angaben eines Amtsarztes gibt es erste Fälle von Magen-Darm- Grippe, die vermutlich wegen verschmutzen Wassers auftreten. 15 Prozent der Haushalte in Christchurch sind von der Wasserversorgung abgeschnitten, 3500 ohne Strom. Bei dem Beben waren mehrere Menschen verletzt worden – ein Mann starb an einem Herzinfarkt.

Das Ausgehverbot blieb die zweite Nacht in Folge in Kraft. Hunderte von Menschen mussten die Nacht erneut in Notquartieren verbringen. Der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker, schätzt, dass es noch Monate dauern kann, bis sich das Leben wieder völlig normalisiert hat.

Und auch in den kommenden Tage dürfen sich die Bewohner von Christchurch nicht in Sicherheit wiegen. "Es ist weiterhin möglich, dass es Beben der Stärke 6 in der nächsten Woche geben wird", sagte Seismologe Ken Gledhill der Online-Ausgabe der Zeitung "New Zealand Herald".

Das schlimmste Erdbeben in Neuseeland seit knapp 80 Jahren hatte am Samstag mit der Stärke 7,1 Gebäude, Brücken und Straßen zerstört oder beschädigt. Anschließend gab es knapp 100 Nachbeben.

Die Erde in dem Land bebt häufig, weil hier zwei Erdplatten aufeinanderstoßen. Nach Angaben von Seismologen gibt es bis zu 15.000 Erdbeben pro Jahr, aber nur maximal 150 davon sind zu spüren. Das bislang verheerendste Erdbeben traf 1931 die Stadt Napier auf der Nordinsel. Mehr als 250 Menschen starben damals.

Quelle: AFP/dpa/lk
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