Slowakei
Amokläufer tötet in Bratislava sieben Menschen
In der slowakischen Hauptstadt Bratislava hat ein Amokläufer in eine Menschenmenge geschossen. Unter den Verletzten ist auch ein dreijähriges Kind.
Mit einer Maschinenpistole und zwei Gewehren hat ein Amokläufer in der slowakischen Hauptstadt um sich geschossen. Erst in der Wohnung einer Familie, dann auf der belebten Straße in dem Wohngebiet. Sieben Menschen starben, 14 weitere wurden verletzt.
Als die Polizei anrückte, richtete sich der Amokläufer selbst. Bei der Frage nach dem Motiv des etwa 50-jährigen Mannes tappten die Behörden noch völlig im Dunkeln.
Die Opfer – vier Frauen und zwei Männer – gehören wahrscheinlich zu einer Familie, sagte der slowakische Polizeipräsident Jaroslav Spisiak am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Nach Angaben des tschechischen Fernsehenssind sie Roma. Der Täter selbst sei nicht mit den Opfern verwandt.
Der mit Gehörschutz ausgerüstete Mann soll gegen 10 Uhr morgens zunächst fünf Menschen in einer Wohnung im Stadtteil Devinska Nova Ves erschossen haben. Auf dem Weg nach draußen tötete er in einem Flur einen weiteren. Auch auf der Straße schoss er auf der Flucht vor der Polizei wild um sich. Durch ein Fenster traf eine Kugel eine 52-jährige Frau, ihre Leiche wurde am Abend von den Behörden gefunden. Unter den Verletzten ist auch ein dreijähriges Kind. "Er feuerte auf alles, was sich bewegte", sagte Spisiak. Als der Schütze dann von der Polizei in die Enge getrieben wurde, habe er Suizid begangen.
Die Polizei rückte zu einem Großeinsatz aus und riegelte das Viertel ab. Über Lautsprecher wurden die Menschen aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und sich von den Fenstern fern zu halten.
Nach Angaben des slowakischen Innenministers Daniel Lipsic sind noch neun Menschen im Krankenhaus, ein Verletzter schwebte am Montagnachmittag noch in Lebensgefahr. Auch einen Polizisten traf ein Kugel des Täters im Kopf, sein Zustand sei aber stabil. "Unsere Gebete sind mit den Opfern und ihren Familien", sagte der Politiker.
Da die Polizei zunächst keine weiteren Einzelheiten bekanntgab, war der Hergang des Blutbades in der nur 70 Kilometer von Wien entfernten slowakischen Hauptstadt unklar. Berichte, nach denen der Täter ein 15-jähriger Drogenabhängiger sei, erwiesen sich später als falsch.
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