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05.08.10

Drogen

Sohn bekommt Kifferzimmer – Strafe für Eltern

Weil sie ihrem 14-jährigen Sohn ein Zimmer fürs Kiffen eingerichtet haben, hat ein Elternpaar Bewährungsstrafen kassiert.

© dpa
Kiffen

Kiffen im Elternhaus: Weil sie ihren 14 Jahre alten Sohn in einem Raucherzimmer Haschisch konsumieren ließen, ist ein Paar aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf von einem Gericht zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Amtsgericht Marburg verhängte gegen die Mutter sechs Monate, gegen den vorbestraften Vater ein Jahr Haft auf Bewährung.

Die Eltern kamen nicht zu der Verhandlung. Deshalb wurden keine Urteile gesprochen, sondern Strafbefehle gegen sie verhängt. Das Paar muss demnach auch Geldbußen zwischen 1000 und 4000 Euro zahlen.

Die 50 und 54 Jahre alten Angeklagten hatten aus Sicht des Gerichts geduldet, dass ihr Sprössling in dem Raum, in dem auch zwei große Wasserpfeifen standen, die Drogen rauchte. Zudem besaßen sie selbst Haschisch. Ermittler fanden der Staatsanwaltschaft zufolge 85 Gramm davon sowie im Keller 18 Cannabis-Pflanzen.

Die Anklage warf der Mutter Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vor, dem Vater außerdem Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht. "Es ist strafbar, wenn geduldet wird, dass ein 14-Jähriger regelmäßig Cannabis konsumiert", sagte Staatsanwalt Christian Laubach.

Es habe aber nicht aufgeklärt werden können, ob die Eltern ihrem Sohn das Zimmer extra fürs Kiffen eingerichtet hätten. Sicher sei nur, dass es dort Utensilien gegeben habe, die "typisch" für den Haschischkonsum seien, neben den Pfeifen auch eine Feinwaage oder Zigarettenpapierchen. Die Sache geriet ans Licht, nachdem ein Freund des Sohnes Ärger mit der Polizei bekommen und den Beamten von dem Raucherzimmer berichtet hatte.

Quelle: dpa/kami
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