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25.07.10

Massenpanik auf der Loveparade

Polizeigewerkschaft kritisiert Sicherheitskonzept

Das Gelände einzuzäunen sei gefährlich gewesen. Fritz Pleitgen, Chef der Ruhr.2010-Geschäftsführung, fühlt sich mitverantwortlich.

dpa

Drama auf der Loveparade: In Duisburg starben mindestens 19 Menschen.

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat das Sicherheitskonzept der Veranstalter heftig kritisiert. Es sei sehr gefährlich, bei Massenveranstaltungen das Gelände fast komplett einzuzäunen, sagte der stellvertretende Berliner GdP-Vorsitzende, Michael Reinke, der Nachrichtenagentur dpa. Bei der Loveparade in der Hauptstadt bis zum Jahr 2006 habe es dagegen weite Ausweichflächen im Berliner Tiergarten gegeben. Ein Tunnel als einziger Fluchtweg habe in Duisburg zur Katastrophe geführt: "Dort fühlt man sich eh schon eingeengt. Bei einer Panik verhalten sich die Massen wie eine Rinderherde."

Die Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin, verlangten eine Aufklärung der Katastrophe.

"Aus einem friedlichen Fest, das fröhliche Menschen feiern wollten, ist eine Tragödie geworden", hieß es in einem Statement. "Wir trauern mit den Angehörigen und Freunden der Opfer. Den Verletzten wünschen wir baldige Genesung. Eine genaueste Untersuchung des Vorfalls und eventueller organisatorischer Mängel sind wir ihnen schuldig. Fehler in der Organisation einer solchen Massenveranstaltung dürfen sich nicht wiederholen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie sei entsetzt und traurig. Bundespräsident Christian Wulff forderte eine rückhaltlose Aufklärung. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sagte, das ganze Land trauere um die Toten und Verletzten.

Der Cheforganisator der Kulturhauptstadt "Ruhr.2010", Fritz Pleitgen, fühlt sich nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg mit in der Verantwortung. "Ganz klar fühle ich mich auch mitverantwortlich, aber eher im moralischen Sinne", sagte Pleitgen Samstagnacht im ZDF.

Die Loveparade sei ein "erprobtes Format". "Es ist uns angeboten worden als Projekt für die Kulturhauptstadt. Wir haben das angenommen, aber wir sind weder finanziell noch organisatorisch beteiligt." Er trage aber "schwer" daran.

Die Loveparade galt im Vorfeld als eine der wichtigsten und größten Veranstaltung zur "Ruhr.2010" im Kulturhauptstadtjahr. Pleitgen betonte, er könne nicht sagen, wie es zu dem Drama gekommen sei.

Das Kulturhauptstadt-Projekt sei "mittelbar beteiligt". Die Veranstaltungen würden nun aber nicht abgesagt. "Da wir nicht lauthals losfeiern, werden die Veranstaltungen weiter gehen. Wir werden uns immer erinnern, was hier geschehen ist."

Die Geschäftsführung der "Ruhr 2010" sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus. "Wir sind schockiert. Was so fröhlich und friedlich begonnen hat, ist in einer Katastrophe geendet. Es macht uns zutiefst bestürzt, dass so viele junge Menschen ihr Leben verloren haben. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen", hieß es auf der offiziellen Webseite.

Nach Angaben der Polizei kamen bei der Massenpanik am Samstag 19 Menschen ums Leben. Drei weitere erlagen im Laufe des Abends und der Nacht in Krankenhäusern ihren Verletzungen. 342 Menschen wurden verletzt, zahlreiche von ihnen schwer.

Quelle: dpa/cor
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