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17.07.10

EuroPride in Warschau

Polnische Rechte bewerfen Schwule mit Eiern

In Warschau feiern Tausende Schwule und Lesben das EuroPride-Festival. Trotz Protesten von Rechtsradikalen.

dpa/DPA

Das Wetter passte zur Laune.

7 Bilder

An einer großen Homosexuellen-Parade in der polnischen Hauptstadt Warschau haben mehrere tausend Menschen teilgenommen. Beim ersten "Euro-Pride"-Fest in einem Land des früheren Ostblocks warben Schwule, Lesben und ihre Unterstützer für mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen. Sie forderten zudem eine rechtliche Anerkennung von eheähnlichen Partnerschaften von Schwulen und Lesben in Polen.

Der Zug durch Warschau wurde begleitet von rund 2000 Polizisten, die die Teilnehmer vor möglichen Angriffen von Rechtsextremen oder ultrakonservativen Katholiken schützen sollten. Beide Gruppen hatten Gegendemonstrationen angekündigt. Vereinzelt wurden Eier und Flaschen auf Teilnehmer geworfen. Nach Polizeiangaben wurden acht Menschen festgenommen, weil sie Polizeibeamte angegriffen hatten. Beim Marsch durch die polnische Hauptstadt trugen die Gegendemonstranten unter anderem Transparente "Perverse nach Berlin".

Die farbenfrohe Parade zog begleitet von lauter Musik bei extremer Hitze mit Temperaturen um die 40 Grad durch die Straßen Warschaus. Im Vergleich zu den Vorjahresparaden der "Euro-Pride" in Westeuropa war er allerdings deutlich kleiner. An der Parade in Zürich hatten im vergangenen Jahr 50.000 Menschen teilgenommen.

Die Tatsache, dass die "Euro Pride" in diesem Jahr in Warschau stattfand, hatte im katholischen Polen für kontroverse Diskussionen gesorgt. Homosexuelle werden dort oft von Bürgern, aber auch Politikern angefeindet. Der im April bei einem Flugzeugabsturz getötete Ex-Präsident Lech Kaczynski hatte 2005 als Warschauer Bürgermeister eine Homosexuellen-Parade in der Hauptstadt verboten. In Umfragen sprachen zwei von drei Polen Homosexuellen das Recht ab, auf den Straßen des Landes zu demonstrieren.

Die Partei der Grünen in Deutschland wertete die Veranstaltung als Zeichen dafür, dass sich "der Wind im offiziellen Polen" nach den vorherigen "Repressalien gegen Lesben-und Schwulenveranstaltungen" gedreht habe. So solle die Parade auch "ein Signal der Toleranz und Offenheit" in die Nachbarländer Polens wie Russland und die Ukraine senden, erklärte Parteichefin Claudia Roth.

Quelle: AFP/dpa/str
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