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13.07.10

"Die große ARD-Weltreise"

Sven Lorig ist einer der Erben von Jörg Pilawa

Pilawa war mal. Einer seiner Nachfolger in der ARD wird Sven Lorig, der das Morgenfernsehen moderiert. Er nennt sich manchmal "Tante Inge".

picture-alliance / obs

Angefangen hat er aber bei den Privaten. Sein erster Auftritt bei Sat.1: Im Januar 1996 war Jörg Pilawa mit "Hast du Worte?" im Vormittagsprogramm zu sehen.

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Jörg Pilawa ist längst ARD-Geschichte. Lange hat er mit seinen Shows den Vorabend im "Ersten" bestimmt und seine Duftmarken am Hauptabend gesetzt. Demnächst beginnt der 44-Jährige eine neue Bildschirmkarriere beim ZDF. Inzwischen teilen seine Nachfolger das Erbe unter sich auf. Die Unterhaltungskanone Eckart von Hirschhausen hat die Show "Frag doch mal die Maus" und den "großen Gedächtnistest" in die Hand genommen, Florian Weber hat den Zuschlag für Pilawas Sendeplatz am Vorabend bekommen, mit einer Doppelausgabe der Sendung "Das Duell" im Herbst.

Jetzt ist zwischendurch Sven Lorig am Zug. Der "Morgenmagazin"- Mann wird an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) und eine Woche später zwei abendfüllende Ausgaben der Show "Die große Weltreise" übernehmen. Die Latte hängt hoch für den 38 Jahre alten Moderator, der seit 2003 im Frühstücksfernsehen vor der Kamera steht: Pilawa verbuchte bei der Premiere 2008 und bei der Fortsetzung 2009 jeweils mehr als fünf Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. Gerade jetzt im Sommer dürften diese Werte schwer zu erreichen sein.

Beansprucht Lorig mehr vom "Erbe" der früheren Allzweckwaffe Pilawa? "Ich habe mir keine Gedanken gemacht, was Pilawa moderiert hat und was ich davon übernehmen könnte", sagt Lorig. "Am 23. Dezember 2009 hat der WDR-Unterhaltungschef mich angerufen und gefragt, ob ich die Sendung machen möchte. Ich habe mich gefreut darüber, dass der WDR mich weiter aufbauen will. Die Entscheidung, Pilawas Sendungen auf mehrere Schultern zu verteilen, ist völlig richtig." Dabei hätte gerade Lorig vielleicht noch mehr vom Kuchen abkriegen können.

Denn Pilawa selbst war es, der Lorig als seinen Nachfolger für das Quiz am Vorabend ins Spiel brachte. Doch die Bande zwischen dem früheren ARD-Quotengaranten und dem Sender wurden schon lockerer. Das Erste mochte nicht mehr so recht auf die Vorschläge Pilawas hören. Doch als Geschäftsmann bleibt er der ARD zumindest ein bisschen verbunden. So wird "Die große Weltreise" von der Firma White Balance produziert. Sie wurde einst von Pilawa gegründet, dann vom Branchenriesen MME übernommen. Pilawa ist nach wie vor Geschäftsführer bei White Balance.

Aus dem "Morgenmagazin" aussteigen, die tägliche Mühle verlassen und vielleicht sich nur noch auf ein paar Shows stützen – das ist nicht unbedingt das Denken Sven Lorigs. Der Familienvater (drei Töchter) und Marathonläufer will der Informationssendung treu bleiben. "Ernstes und Unterhaltung schließen sich nicht aus", sagt er. "Ich bin Journalist und Spielkind." Ein biologisches Problem mit dem frühen Aufstehen kenne er nicht. Man könne ihn an die Mittelleitplanke stellen – und er schläft kurz und ist wieder fit. Sein einziger Wunsch: statt zwei vielleicht drei "Weltreisen"-Shows im Jahr.

Das Reisen war einst Lorigs Leidenschaft – er ist schon in Amerika genauso wie in Indonesien gewesen. Doch seine Trips haben sich seit der Geburt der ersten Tochter eingeengt. "Früher haben wir in der Familie immer über Tante Inge gelästert. Die fuhr jedes Jahr zum selben Ferienort. Ganz langweilig. Jetzt bin ich selbst Tante Inge." Jedes Jahr geht es nach Kärnten, der Kinder wegen.

Wie immer treten prominente Teams gegeneinander an, um Reise- Fragen zu beantworten. Am Donnerstag sind es die Duos Esther Schweins/Joachim Król, Susanne Holst/Ingolf Lück und Kim Fisher/Guido Cantz. Eine Woche später kommen Jutta Speidel/Bruno Maccallini, Horst Lichter/Nina Eichinger und Mareile Höppner/Jens Riewa.

Eine Frage muss die ARD noch bis zum Herbst lösen: Wer tritt Pilawas Nachfolge beim "Star Quiz" an? Die Antwort gibt in diesem Fall der Norddeutsche Rundfunk.

Quelle: dpa
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