Sprinkleranlage
Wasser flutet neues Stadtarchiv in Düsseldorf
Ausgerechnet am Tag der Wiedereröffnung nach dem Umzug stand das Düsseldorfer Stadtarchiv unter Wasser. Tausende Akten sind nass.
Mitten in der Kölner Innenstadt: Innerhalb weniger Sekunden stürzte um 13.58 Uhr des 3. März 2009 das Historische Stadtarchiv ein.
Das Kölner Stadtarchiv stürzte ein, sein Düsseldorfer Gegenstück stand nun unter Wasser. Rund 16 Monate nach dem Einsturz in Köln hat Wasser im Düsseldorfer Archiv schwere Schäden angerichtet. Ausgerechnet am Tag der geplanten Wiedereröffnung der Einrichtung in der Landeshauptstadt ergossen sich bis zu 10.000 Liter Wasser über zwei Stockwerke bis in den Keller des Gebäudes. Dort stehen die Aktenregale.
Bislang seien 150 Regalmeter Akten betroffen, teilte die Stadt mit. Ein Ausmaß wie in Köln, wo historische Akten und Nachlässe von rund 30 Kilometer Regallänge im März 2009 unter Schuttmassen begraben wurden, hat das Unglück im kleineren Düsseldorfer Archiv damit nicht.
Auslöser des Wassereinbruchs war die Sprinkleranlage über der Probebühne des Schauspielhauses, die ebenfalls in dem Gebäude der Alten Paketpost untergebracht ist. Die Anlage sprang am Morgen an und flutete die Bühne. Dann floss das Wasser den Angaben zufolge über zwei Stockwerke bis in den Keller.
Zwei Dutzend Feuerwehrleute waren bis zum Mittag mit Pumpen im Einsatz, um das Wasser abzusaugen. Zwar wurde die Sprinkleranlage abgeschaltet, aber es werde "den ganzen Tag noch einiges an Wasser an den Wänden herunterlaufen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Im unterirdischen Stadtarchiv sind tausende von Pappkästen mit teils historischen Dokumenten auf Rollregalen gelagert.
Einiges sei nass geworden, sagte der Feuerwehrsprecher. Fachleute würden die triefenden Akten nun abholen und trocknen. In den Bunker-Räumen würden Gebäudetrockner aufgestellt. Das Ausmaß des Schadens war zunächst ebenso unklar wie der Grund für das Anspringen der Sprinkleranlage.
Das Stadtarchiv sollte eigentlich am Unglückstag nach rund sechsmonatigem Umzug seine Tore an der neuen Stätte öffnen. Akten, Bücher, Nachlässe, Fotos und Zeitungen von rund 13,5 Kilometer Regallänge waren bereits fast vollständig in die Bunker unter der Erde nahe dem Hauptbahnhof verfrachtet worden. Zu dem Archiv mit mehr als 700.000 Einzelstücken gehören unter anderem Standesamtsregister sowie Nachlässe von Familien, Vereinen und Firmen.
Im Düsseldorfer Archiv existieren nur relativ wenig historische Dokumente aus der Zeit vor 1800. Der Grund ist banal: 1827 verkaufte die Stadt große Teile alter Akten als Müll an die Papiermühle.
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