18.06.10

Kollision

Unglückszug von Peine hatte technische Probleme

Schon bevor der Kieszug in Peine aus den Schienen sprang, und eine Regionalbahn in die Unglückstelle raste, hatten sich Probleme angekündigt.

Foto: REUTERS

Nach dem Zugunglück in Peine haben die Aufräumarbeiten begonnen.

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Nach dem Zusammenstoß einer Regionalbahn mit einem entgleisten Güterzug in Peine hat die Bergung der zertrümmerten Wagen begonnen.

Schwere Kräne sollten die Güterwaggons sowie die umgestürzte Lok und die entgleisten Personenwagen wegschaffen. Anschließend sollen Schienen und Oberleitung repariert werden.

Der Lokführer, der bei dem Unfall schwer verletzt wurde, ist nach Angaben der Bahn inzwischen außer Lebensgefahr. Weitere 15 Menschen waren leicht verletzt worden. Von Dienstag an sollen die Züge auf der Strecke Hannover-Braunschweig wieder planmäßig fahren. Bis dahin müssen Fahrgäste mit Umleitungen und erheblichen Behinderungen rechnen.

Die Unfallermittlungen konzentrieren sich auf den Güterzug der privaten Mittelweserbahn. Der Sprecher der Bonner Eisenbahn- Unfalluntersuchungsstelle, Ralph Fischer, konnte nicht ausschließen, dass ein Waggon des Güterzuges schon eine Weile vor dem Unfall aus den Schienen gesprungen und mitgezogen worden war.

Die Mittelweserbahn bestätigte, dass der Kieszug bereits bei Braunschweig wegen eines Hinweises auf mögliche technische Probleme habe halten müssen. Der Lokführer habe den Zug kontrolliert, keine Unregelmäßigkeiten festgestellt und sei weitergefahren.

Bei der Durchfahrt im Bahnhof Peine bemerkten Bahnmitarbeiter dann nach Angaben von Fischer erneut Probleme an dem Zug. Der Lokführer erhielt einen Haltebefehl. Noch während der Zug bremste, löste sich ein Teil der 50 Waggons, 7 sprangen aus der Spur.

Direkt in diesem Moment kam in Gegenrichtung der Regionalexpress und krachte in das Hindernis. Die Waggons des Kieszuges hatte die Mittelweserbahn vom niederländischen Bahnunternehmen Railpro gemietet.

Wer für den Millionenschaden hafte, lasse sich erst nach Abschluss der Ermittlungen sagen, hieß es von der Mittelweserbahn.

Bis die Bahnstrecke wieder befahrbar ist, werden die Intercity-Züge zwischen Hannover und Leipzig über Wolfsburg umgeleitet und halten nicht in Braunschweig. Zwischen Braunschweig und Peine sowie Hämelerwald und Hannover pendeln Ersatzzüge, zwischen Hämelerwald und Peine fahren Busse.

Zusätzliche Behinderungen im Ost-West-Verkehr gab es nach dem Diebstahl von Oberleitungen im Havelland. Die Strecke zwischen Hannover und Berlin sollte deswegen voraussichtlich noch bis zum Samstagvormittag teilweise gesperrt bleiben. Unbekannte Täter hatten in der Nacht zu Freitag die Metallleitungen auf 800 Meter Länge im Abschnitt zwischen Wustermark und Buschow gestohlen, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Der Fernverkehr könne derzeit nur ein Gleis nutzen.

Quelle: dpa/lk
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