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01.06.10

Hamburg

Zweiter Verdächtiger nach U-Bahn-Prügelei gefasst

Fahndungserfolg nach der brutalen Prügelei in einem Hamburger U-Bahnhof: Die Polizei hat nach einem Tipp einen 32-Jährigen festgenommen.

© dpa
Zweiter Verdächtiger gefasst

Nach der beinahe tödlichen Prügelattacke auf einen 40-Jährigen in einem Hamburger U-Bahnhof sind beide mutmaßlichen Täter gefasst. Nachdem sich ein 29-jähriger Hamburger am Montag den Ermittlern gestellt hatte, wurde am Dienstag ein weiterer Mann vorläufig festgenommen, teilte die Polizei mit.

Der Mann wollte sich gerade im Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel Rechtsbeistand holen, als die Ermittler zuschlugen. Das Opfer des Angriffs liegt mit mehreren Schädelbrüchen auf der Intensivstation. Sein Zustand ist nach Polizeiangaben weiter lebensbedrohlich.

Die Täter haben den Ermittlungen zufolge in der Nacht zum Sonntag zunächst zwei Frauen, darunter die Freundin des späteren Opfers, belästigt. Das spätere Opfer war daraufhin im U-Bahnhof Niendorf- Markt auf die Täter zugegangen und wollte sie zur Rede stellen.

Aus dem Streit entwickelte sich eine Rangelei, in dessen Folge der Mann von einem Faustschlag getroffen wurde. Er stürzte zu Boden und schlug mit dem Kopf auf. Der Angriff ist laut Polizei auf Videoaufnahmen gut zu sehen.

Erst vor zwei Wochen war am S-Bahnhof Jungfernstieg ein 19- Jähriger von einem drei Jahre jüngeren Jugendlichen mit einem Messerstich ins Herz getötet worden. Im Stadtteil Steilshoop stachen am vergangenen Mittwoch zwei Männer einen 33-Jährigen in einem Bus nieder.

Der Mann kam mit einer Lungenverletzung ins Krankenhaus. Zwei Fahrgäste waren zwischen die Kontrahenten gegangen und hatten weitere Übergriffe verhindert. Ihnen soll am Mittwoch der mit 1000 Euro dotierte Hamburg-Preis für Zivilcourage überreicht werden.

Die SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft hat wegen der jüngsten Übergriffe ein Konzept "Bahnsteigkante" mit Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitslage im Bereich der U- und S-Bahnen gefordert. Unter anderem soll ein vollständiges Waffenverbot, also etwa auch das Tragen von Messern, erlassen und der Konsum von Alkohol in Bussen und Bahnen generell untersagt werden. Außerdem soll die Zahl der Sicherheitskräfte erhöht werden.

Quelle: dpa/AFP/kami
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