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Aachen

Zentis-Erpresser droht mit vergifteter Marmelade

Unter dem Code-Namen "Zentis-Freund" hat ein Mann den Aachener Lebensmittel-Fabrikant erpresst. In einem Brief drohte er, Gläser mit vergifteter Marmelade in nordrhein-westfälischen Supermärkten zu platzieren und forderte eine halbe Million Euro. Das Unternehmen informierte umgehend die Polizei.

Zentis-Konfitüre
Foto: dpa

Der Aachener Konfitürenhersteller Zentis ist mit vergifteter Marmelade erpresst worden. Die Polizei fasste den mutmaßlichen Erpresser rund eine Woche nach dem ersten Schreiben.

Der Mann hatte im Januar unter dem Code-Namen „Zentis-Freund“ gedroht, präparierte Gläser in den Regalen nordrhein-westfälischer Supermärkte zu platzieren. Er forderte 500.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Aachener Nachrichten“. Sie erhob Anklage gegen den Tatverdächtigen wegen „schwerer räuberischer Erpressung“.

Nach Angaben des Unternehmens kam der erste Erpresserbrief per Post. „Wir haben sofort die Polizei kontaktiert“, sagte ein Unternehmenssprecher. Zu keinem Zeitpunkt seien Verbraucher gefährdet gewesen. Die Polizei habe schon sehr früh einen Anhaltspunkt gehabt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft unterstrich der Erpresser seine Forderung kurz nach dem ersten Brief mit einem Paket an das Unternehmen. Darin waren drei Proben mit vergifteten Fruchtaufstrichen. Die Produkte waren mit einem Lösungsmittel versetzt, das je nach Konzentration für ältere Menschen und für Kinder gefährlich sein kann, sagte Staatsanwalt Alexander Geimer. Zentis habe Teilbeträge auf ein vom Erpresser angegebenes Konto gezahlt.

Nach unbestätigten Informationen soll der Erpresser seine Anweisungen von Internet-Cafés abgeschickt haben. Für den Transfer soll sich der Angeklagte falsche Kontodaten besorgt haben.dpa/sv



Erschienen am 17.03.2010

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